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Kein Kriegsende in Sicht

Hauke Friederichs
Journalist und Autor
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Hauke FriederichsSamstag, 23.07.2022

Der Krieg in der Ukraine dauert nun fünf Monate an. Am 24. Februar 2022 ließ Wladimir Putin seine Truppen das Nachbarland angreifen. Bei Intellektuellen im Westen macht sich Kriegsmüdigkeit breit, sie fordern die Ukraine zu Waffenstillstandsverhandlungen mit Putin auf und verlangen, dass die Regierung in Kiew sich kompromissbereit zeigt, also bereit ist, auf von Russland besetztes Territorium zu verzichten. 

Bereits 2014 haben die Machthaber im Kreml die Krim von ihrer Armee besetzen lassen und die Halbinsel dann zum eigenen Staatsterritorium erklärt. Ein ungeheuerlicher Bruch des internationalen Rechts. Im Donbass, im Osten der Ukraine, besetzten gleichzeitig angebliche Separatisten, die aus Moskau gesteuert wurden, Gebiete in den Oblasten Donezk und Luhansk. Mit seinem Angriffskrieg acht Jahre später hat Putin die eroberten Regionen erheblich erweitert, dazu eine Landbrücke von der Krim in den Donbass geschaffen und im Süden weitere Gebiete besetzt.

Auf was soll die Regierung in Kiew nun verzichten? Eine aktuelle Meinungsumfrage unter Ukrainern zeigt, dass eine breite Mehrheit im attackierten Land nicht bereit ist, einzelne Territorien gegen einen Waffenstillstand einzutauschen.

Jene, die einen sofortigen Waffenstillstand fordern, bewegten sich auf dünnem Eis", stellt Liana Fix von der Körber-Stiftung in einem Gastbeitrag für ZEIT Online fest. "Diese Forderung entspricht nicht den Realitäten und Kriegszielen vor Ort und sie suggeriert, es gäbe eine schnelle und einfache Lösung für den Konflikt. Sie verstellt auch den Blick auf die Frage, was denn tatsächlich nötig wäre, um in Zukunft einen Waffenstillstand zu erreichen."

Die Politologin und Historikerin ist mit ihrer Analyse nah an Aussagen ukrainischer Offizieller, die in den vergangenen Wochen mehrfach gesagt haben, dass weitere Gespräche mit Russland erst nach erfolgreichen eigenen Offensiven möglich sind. Mit Putin verhandelt es sich besser aus einer Position der Stärke heraus.

"Die wichtigste Voraussetzung für einen realistischen Waffenstillstand ist, dass sich Russland auf einer abnehmenden militärischen Erfolgskurve befindet", stellt Liana Fix fest. "Ansonsten kann es die Bedingungen für einen Waffenstillstand einseitig diktieren. Dafür muss zuerst die Ukraine das Momentum im Krieg wiedergewinnen."

Der Wissenschaftlerin zufolge müsste das Ziel der Ukrainer für einen realistischen Waffenstillstand sein, den Gegner so weit es geht zu den Frontverläufen vor Ausbruch des Krieges zurückzudrängen, also im besten Fall zu den Linien des 23. Februar. Ohne weitere Waffenlieferungen aus dem Westen und weiteres Training der ukrainischen Soldaten sei das nicht zu erreichen.

"So paradox es klingt: Für einen realistischen Waffenstillstand müssen zuerst mehr Waffen geliefert werden", stellt Liana Fix fest. "Nur so kann eine angemessene Verhandlungssituation entstehen."
Kein Kriegsende in Sicht

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Kommentare 2
  1. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · vor 26 Tagen

    In der Katastrophe, die stattfindet, wäre das noch gut.

    Allerdings beruht diese Einschätzung auf der Grundlage, der Westen überschätzt sich nicht und genau das behauptet mit einigen starken Argumenten der Historiker Jörg Baberowski:
    https://www.piqd.de/eu...

    Ich hoffe, Liana Fix behält recht.

    Wenn Jörg Baberowski Sicht Realität würde, droht ein Partisanenkrieg.

  2. ursula drees
    ursula drees · vor 27 Tagen

    Ich bin froh, dass es nicht nur ich so sehe. Ein waffenstillstand kann nicht verhandelt werden, denn Putin sieht es aus der Position der Stärke als Kapitulation.

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