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Pop und Kultur

Sei wie ein Faber im Wind — oder auch nicht!

Martin Böttcher
Journalist, Sammler
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Martin BöttcherSonntag, 09.07.2017

Vater und Sohn, das ist in der Musik manchmal genauso ein Drama wie im richtigen Leben. Adam Cohen, Jakob Dylan, James McCartney, Sean Lennon, James Jagger — all diese Söhne von berühmten Vätern können ein Lied davon singen und tun das auch oft in ihren Songs, mit denen sie, meist vergeblich, aus dem Schatten der „Alten" heraustreten wollen. Auch der junge Songschreiber und Sänger Faber hat einen bekannten Musikervater. Faber heißt eigentlich Julian Pollina, sein Vater ist der italienische Liedermacher Pippo Pollina.

Für das Musikmagazin „Spex" hat Maximilian Sippenauer das Debütalbum von Faber, „Sei ein Faber im Wind", besprochen. Ich fand das aus zwei Gründen sehr interessant zu lesen. Zum einen muss Sippenauer da offensichtlich einen Spagat hinbekommen, er scheint die Platte persönlich, privat nicht schlecht zu finden. Aber irgendetwas in ihm signalisiert ihm wohl, dass er das in einem Magazin wie der „Spex" nicht so einfach niederschreiben sollte — man hat als Musikkritiker ja auch einen gewissen Ruf zu wahren. Diese Hin- und Hergerissenheit liest sich gut.

Zum anderen fand ich den Artikel gut, weil auch ich in Sachen Faber hin- und hergerissen bin. Der 23-Jährige war bei mir zum Interview in der Sendung (im Deutschlandfunk Kultur) und  reagierte ziemlich ablehnend bis widerborstig auf Fragen nach seinem Vater, seiner Musik, seiner Heimatstadt Zürich. Direkt nach dem Gespräch war ich mir nicht mehr sicher, ob seine Platte wirklich so locker und beschwingt klingt, wie es mir zunächst vorgekommen war. Wie so oft: Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, aber wer deutschsprachige Musik sucht, die andere Pfade als BendzkoSilbermondBouranietc beschreitet, sollte zumindest einmal reinhören. Faber jedenfalls dürfte auch in Zukunft immer wieder für irritierende Momente gut sein, ob als Interviewpartner oder als Musiker.

Sei wie ein Faber im Wind — oder auch nicht!

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