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Pop und Kultur

Fabian Peltsch
Musikjournalist
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piqer: Fabian Peltsch
Donnerstag, 21.12.2017

Hype-Produzentin Yaeji: Awkward ist das neue Cool

Yaeji ist eines dieser seltenen Pop-Phänomene, bei denen alles zusammenpasst, obwohl nichts zusammenzupassen scheint. Mit den introspektiven HipHop- und House-Tracks ihrer im Laufe des Jahres veröffentlichten EPs "Yaeji" und "EP2" hat die New Yorkerin mit den koreanischen Wurzeln einen kleinen Hype ausgelöst. Portale wie Pitchfork und Fader feiern sie als das nächste große Ding. Internet-Hipster wie die HipHop-Crew 88rising hofieren sie. Und das, obwohl die 24-Jährige in keiner Weise althergebrachten Schönheits- und Coolness-Idealen entspricht. Ihr Charisma basiert vor allem auf ihrer selbstgewissen Unscheinbarkeit. Weil sie sich ganz offensichtlich nicht darum schert, was andere denken, hat sich die brillentragende Produzentin ein ganz eigenes Koordinatensystem geschaffen, in der verschwitzte Rave-Partys, Curry-Kochvideos und Schneemann-Selfies kein Widerspruch sind.   

Auch in ihrer Musik verbindet Yaeji Welten: Mit pumpenden Beats und verträumten Melodien funktionieren ihre Tracks sowohl im Club als auch unter Kopfhörern. Die Art wie sie in ihren Texten mit phlegmatischer Stimme koreanisch und englisch ineinanderdehnt, kriegt man ebenfalls nur schwer wieder aus dem Kopf. Obwohl Yaeji nur ein paar Jahre ihrer Jugend in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul verbrachte, verkauft sie auch in der Heimat ihrer Eltern mittlerweile die Szene-Clubs aus. Dass eine unscheinbare Anti-Performerin wie sie im Land des K-Pop, wo Schönheitsoperationen unter Jugendlichen zum Alltag gehören, plötzlich neue Coolness-Maßstäbe setzen kann, freut sie selbst besonders: 
I didn't think too much of it until I realized that it translated to Asian fans. That it's reaching Asian girls who are thinking, 'Wow, I can make music, too. I don't have to be some K-pop idol; I can just be a normal-ass person.'" 
Hype-Produzentin Yaeji: Awkward ist das neue Cool
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