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Pop und Kultur

Fabian Peltsch
Musikjournalist
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piqer: Fabian Peltsch
Mittwoch, 27.05.2020

Eloquent begradigt: Volker Schlöndorff erzählt sein Leben

Als junger Mann geht Volker Schlöndorff für einen Schüleraustausch nach Frankreich. Dort sieht er in einer Filmaufführung zum ersten Mal Bilder der deutschen Konzentrationslager, etwas, das er aus Deutschland nicht kannte. "Man konnte darüber gar nicht diskutieren. Alle Erklärungen zusammen können nie der Enormität der Sache gerecht werden. Es bleibt immer ein unaufgelöster Rest", sagt der Regisseur in dieser Film-Dokumentation über sein Leben, die 2019 zuerst in Frankreich erschien und nun auf Arte zu sehen ist. Gedreht hat sie Pierre-Henri Gibert, der schon Porträts von Regiegrößen wie Jean-Pierre Melville und Louis Malle angefertigt hat.

Am Ende bleibt Schlöndorff zehn Jahre in seinem Gastland. "Ich wollte französischer werden als die Franzosen", erklärt er hier in fließendem Französisch. Seine Kollegen raten ihm dennoch, zurückzukehren und seinen ersten Film in Deutschland zu machen. Dort könne er wirklich was bewegen, statt nur einer von vielen Nouvelle-Vague-Vertretern zu sein. In Deutschland wird Schlöndorff dann tatsächlich zu einer Art Seismograph für soziale Zuspitzungen und Abwärtsspiralen, an denen er sich vor allem in Literaturverfilmungen abarbeitet – mal historisch wie in "Der junge Törless", basierend auf einem Roman von Robert Musil, mal brandaktuell wie in "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" vom damals in der Boulevardpresse verfemten und verfolgten Heinrich Böll, an den mancher in den letzten Tagen gedacht haben mag.   

"Die Blechtrommel" mit dem göttlich gecasteten Hauptdarsteller David Bennent wird 1979 Schlöndorffs größter Erfolg, und das obwohl die Umsetzung wie auch die literarische Vorlage von Günter Grass alles andere als eingängig sind. Neben seiner ehemaligen Partnerin und Kollegin Margarethe von Trotta erzählt der heute 81-jährige Schlöndorff in der Doku vor allem selbst. Dabei wird manches weggelassen und begradigt. Ihm zuzuhören ist dennoch ein Genuss, da nicht viele Künstler bereit oder überhaupt in der Lage sind, so klar, einsichtsvoll und stringent über die eigenen Techniken, Motive und Hintergründe ihrer Arbeit zu sprechen:

Ich schaue immer zurück. Ich bin nie mit etwas fertig. Wer einmal in meinem Leben war, der gehört für mich für immer dazu. Ich will niemanden verlieren. Wenn man immerfort Geschichten schreibt, glaubt man irgendwann, dass eigene Leben sei eine Geschichte die man selbst geschrieben hat, und die man jederzeit umschreiben kann wie ein Drehbuch. Dabei ist es so, dass das Leben, das man lebt, die endgültige Fassung ist...

Erstaunlich und inspirierend ist bei Gelegenheiten wie dieser wie immer, wie eloquent und mit intellektueller Selbstgewissheit einst im Fernsehen über Kunst und Politik diskutiert wurde.

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