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Pop und Kultur

Fabian Peltsch
Musikjournalist
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piqer: Fabian Peltsch
Donnerstag, 30.11.2017

"Butch Stone Blues": Elektropop-Requiem für die Opfer von Hassverbrechen

Die 2016 gegründete Boiband, die im Sommer ihr Debüt veröffentlichte, ist tatsächlich so eine Art queere Boyband. Das Trio besteht aus dem Performance-Künstler Tucké Royale, dem Rapper und Produzenten Black Cracker und dem Berliner "Radikal-Chansonnier“ Hans Unstern, den der ein oder andere noch als Songwriter fantastischer Art-Folk-Stücke wie "Paris" in Erinnerung haben könnte. Zusammen singen sie gegen klassische Geschlechternormen an, untergraben althergebrachte Männlichkeitskonzepte und fordern die "Effeminisierung des Abendlandes".

Zum Trans Day of Remembrance haben Boiband ein bewegendes Elektropop-Stück veröffentlicht, dessen Titel an den wegweisenden Identitätsfindungs-Roman "Stone Butch Blues" von Leslie Feinberg angelehnt ist. "Butch Stone Blues" ist ein modernes Klagelied und eine feierliche Hymne auf unterdrückte und in Hassverbrechen getötete Trans-und LGBTQ-Aktivisten. Knapp sechs Minuten lang reiht Unstern ihre Namen aneinander und beklagt, dass sie selbst im Tod keine Akzeptanz erfahren, da "Polizeimeldungen und mitunter ihre Grabsteine die Gewalt an ihren Körpern fortsetzen, wenn sie mit bürgerlichen Namen genannt und misgendert werden."

„Butch Stone Blues“ ist als popmusikalische Oral History gedacht, die die Namen der Gewaltopfer singend weitertragen soll:

Vielen unserer Schwestern und Brüder war und ist es nicht möglich, Teil der Hochkultur zu sein, geschweige denn in dieser selbstverständlich und selbstständig vorzukommen. Popkultur orientiert sich nicht an elitären Mechanismen und nimmt direkte Wege. Pop wird unterschätzt und genau das macht Pop auch für die Geschichtsschreibung und Bewusstseinsbildung nach wie vor so gefährlich.
"Butch Stone Blues": Elektropop-Requiem für die Opfer von Hassverbrechen
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