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Medien und Gesellschaft

Mai Thi Nguyen-Kim: "Ich gehe nirgendwo mehr hin, ohne Security"

Simon Hurtz
Journalist, Dozent, SZ, Social Media Watchblog

Mag es, gute Geschichten zu erzählen.
Mag es, gute Geschichten zu lesen.
Mag es, gute Geschichten zu teilen. Das tut er hier.
Mag es gar nicht, in der dritten Person über sich zu schreiben.

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Simon HurtzSamstag, 08.05.2021

Ich bin auf diesen Text aufmerksam geworden, weil Hakan Tanriverdi den wohl eindrücklichsten Satz des Interviews auf Twitter nicht nur zitiert, sondern auch gleich passend eingeordnet hat:

"Ich möchte hier keine Details erzählen, nur so viel: Ich gehe nirgendwo mehr hin, ohne persönliche Security."
Muss man sich mal geben, wie krass dieser eine Satz ist. Wie abgestumpft die mediale Debatte ist, wie sehr das als normal hingenommen wird.

That's it. Was die wunderbare Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim sagt, sollte einen Aufschrei auslösen. Ihre vollständige Antwort:

Im Netz kursieren die verrücktesten Theorien über mich: Ich wäre die persönliche Einflüsterin von Angela Merkel. Oder ich wäre von Bill Gates bezahlt oder ich würde persönlich vom Impfstoff profitieren. Die Anonymität im Internet schützt die Angreifer. Letztendlich ist es schwierig einzuschätzen, wie groß die Bedrohung tatsächlich ist. Ich möchte hier keine Details erzählen, nur so viel: Ich gehe nirgendwo mehr hin, ohne persönliche Security.

Später überlegt Nguyen-Kim, was der Grund für die Anfeindungen sein könnte:

Natürlich steckt in einigen Kommentaren etwas rassistisches oder sexistisches. Tatsächlich scheint es da meist besonders zu stören, dass ich eine Frau bin, weniger der Migrationshintergrund. Mein Eindruck: Von einer Frau wollen sich manche Männer nichts erklären lassen. Schon gar keine Naturwissenschaften.

Sie ist nicht die einzige, die belästigt, beleidigt und bedroht wird. Erst vor wenigen Wochen schilderte Jasmina Kuhnke dem Spiegel und ZEIT ONLINE, was sie online und offline erlebt. Nachdem ihre Adresse veröffentlicht wurde, musste sie mit ihrer Familie umziehen. Frauen wie Renate Künast oder Luisa Neubauer erleben Ähnliches.

Das ist aber nicht der einzige Grund, warum ich das Interview mit Nguyen-Kim empfehle. Die Videos ihres YouTube-Kanals maiLab werden bei piqd zu Recht immer wieder empfohlen, die Chemikerin ist Journalistin des Jahres und wurde mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet.

Im Gespräch mit Linda Tutmann geht es unter anderem um Presse- und Meinungsfreiheit, Medienkompetenz und Allgemeinbildung (Lieblingssatz: "Je mehr man googeln kann, desto mehr muss man wissen"), Verschwörungsideologien und TikTok.

Im Gegensatz zu Nguyen-Kim habe ich zwar kein kleines Kind, aber ich werde versuchen, mir ein Beispiel an ihrer Neugierde und Offenheit zu nehmen:

Man kann die Entwicklung nicht aufhalten – und ich denke, Aufklärung ist das beste Mittel, um seine Kinder zu schützen. Ich habe mir neulich auch TikTok installiert, einfach um es zu verstehen. Wenn meine Tochter heute 16 wäre, könnte ich ihr viel erklären: Zum Beispiel, dass ihr Schminkvideos angezeigt werden, nicht unbedingt, weil sie sich dafür interessiert, sondern allein, weil der Algorithmus sie als Frau in diese Schublade steckt. Ich hoffe, ich kann ihr in 16 Jahren noch genauso viel erklären.
Mai Thi Nguyen-Kim: "Ich gehe nirgendwo mehr hin, ohne Security"

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