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Medien und Gesellschaft

Herr Kellermann, sind Sie verkleidet? – Nein, ich bin eine Frau

Simon Hurtz
Journalist, Dozent, SZ, Social Media Watchblog

Mag es, gute Geschichten zu erzählen.
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Simon HurtzSamstag, 11.09.2021

Georgine Kellermann ist 63 Jahre alt, berichtete für die ARD als Korrespondentin aus Washington und Paris und leitete insgesamt drei ARD-Studios in Nordrhein-Westfalen. Auf den ersten Blick ist es eine erfolgreiche, aber keine außergewöhnliche Laufbahn.

Doch Georgine Kellermann machte diese Karriere unter einem anderen Namen. Bis 2019 war sie bei der ARD als Georg bekannt, privat lebte sie zu diesem Zeitpunkt längst als Frau. Im Gespräch mit Patricia Hecht erzählt Kellermann von ihrem Coming-out, den Reaktionen ihres Umfelds und dem ersten Auftritt vor der Kamera.

Ich empfehle das Interview, weil Hecht gute Fragen stellt und Kellermann Antworten gibt, die im Gedächtnis bleiben. Der Text ist frei lesbar, und ich möchte nicht vorgreifen – deshalb nur ein paar kurze Auszüge:

Über den Moment, als eine Kollegin sie am Düsseldorfer Bahnhof erkannte:

Ich war sehr feminin gekleidet, Dreivierteljeans, Ballerinas, Fingernägel lackiert. Privat war das weit fortgeschritten. Ich sehe also, wie die Kollegin mich anblinzelt. Und weiß genau, die fragt sich jetzt: Ist das der Kellermann? Ein paar Jahre eher wäre ich in Grund und Boden versunken. In dem Moment bin ich auf sie zugegangen, habe sie begrüßt, und sie sagt: Herr Kellermann, sind Sie das? Ich sage ja. Und sie: Sind Sie verkleidet? Da habe ich gesagt: Nein, ich bin eine Frau. Dann war eine Sekunde Pause, und dann hat sie gesagt: Cool.

Über ihren heutigen Blick auf Georg:

Dieser Georg ist mir nicht immer sympathisch. Der hat gemacht, was die Gesellschaft von ihm erwartete, und er hat natürlich auch seine männliche Rolle ausgelebt. Da ging es um Macht, auch um Neid. Ich war neidisch auf Frauen, weil sie Frauen sein durften.

Über den Vorwurf, als Mann vom Patriarchat profitiert zu haben:

Ich habe nicht als Mann Karriere gemacht, ich war immer eine Frau. Außerdem hat der WDR Frauen früh gefördert. Mir kann niemand vorwerfen, dass ich Erfolg gehabt habe, den ich als cis Frau nicht gehabt hätte. Ich habe Erfolg gehabt, den ich als geoutete trans Frau nicht gehabt hätte.

Über ihre Rolle als Vorbild:

Wildfremde Menschen auf der Straße sprechen mich an und sagen mir, welchen Respekt sie vor mir haben. Das ist wahnsinnig wertvoll für mich. Heute Morgen hat eine trans Person ein unbearbeitetes Bild von sich getwittert und dazu geschrieben, dass dieses Bild nicht entstanden wäre, wenn sie mich nicht kennen würde. Das ist doch toll, wenn ich andere unterstützen und ihnen Mut machen kann.
Herr Kellermann, sind Sie verkleidet? – Nein, ich bin eine Frau

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