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Judka Strittmatter
piqer: Judka Strittmatter
Dienstag, 13.06.2017

Ist Political Correctness nur eine Form von Elitarismus?

Political Correctness in allen Ehren, aber dass sie dieser Tage geradezu exzessiv betrieben wird, ist schon eine seltsame Sache – zumal sie so entsetzlich humorbefreit daherkommt. Aber vielleicht schließen sich Humor und politisch korrektes Handeln einfach aus. Gefallen muss einem das nicht, aber was mich persönlich richtig aggro macht, ist, wenn der eigene Lebensentwurf, nur weil er auf liberalem Humus wächst, dogmatisch als das Nonplusultra begriffen wird, das keine Diskussion zulässt. Oder anders: Wenn die "Toleranten" Intoleranz leben. Wo bleibt Vielfältigkeit, Pluralismus – und am Ende Demokratie, wenn jemand einklagt, das Monopol auf Wahrheit und Rechtschaffenheit zu haben? Der Philosoph Slavoj Žižek widmet sich in diesem Text genau diesem Topos. Inspiriert wurde er dazu, als er die Übertragung der Pride-Parade in Vancouver in seinem Hotelzimmer im Fernsehen sah. Zitat: 

"Oftmals produziert die Political Correctness nun aber ihrerseits neue paradoxe Effekte, die zeigen, dass mit ihr etwas Grundlegendes nicht stimmt. Sie etabliert neue Normen, schliesst neue Minderheiten aus – und vor allem: Der hochkorrekte ernste Sprachgebrauch kippt in sein Gegenteil und wirkt unfreiwillig komisch."

Ist Political Correctness nur eine Form von Elitarismus?
7,3
13 Stimmen
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Kommentare 4
  1. Marcus von Jordan
    Marcus von Jordan · vor mehr als einem Jahr

    stimmt natürlich vieles in dem Artikel...pc wird an manchen Stellen zum gesellschaftlichen Accessoire...was ich nicht begreife, ist die immer wieder durchschlagende Paranoia des Mainstreams, die immer wiederkehrende Unterstellung der eigenen Unterdrückung derer, die dieses Accessoire nicht tragen wollen, die nicht Randgruppe sind und beispielsweise kein Bedürfnis haben, ihre Sexualität in der Öffentlichkeit zu feiern. Ich erlebe das nicht und verstehe deshalb Textstellen nicht wie "natürlich griffen sie nicht Heterosexualität als solche an, sondern lediglich die Bevorzugung und Etablierung derselben als einer universellen Ordnung, die andere sexuelle Orientierungen auf eine sekundäre Abweichung reduziert" oder "bloss darf dies niemand mehr sagen, weil er dadurch die schöne neue Herrschaftsharmonie störte".

  2. Nils Pickert
    Nils Pickert · vor mehr als einem Jahr

    Interessanter piq. Schade nur, dass komplett unterschlagen wurde, wie und aus welcher Ecke das Konzept political correctness entwickelt wurde.

    www.theguardian.com/us-news/2...

    Und obwohl die Kritik des Autoren stellenweise durchaus valide ist, übersieht er diesen und ziemlich viele andere Zusammenhänge.
    LG
    Nils

    1. d c
      d c · vor mehr als einem Jahr

      theguardian ist ein absolutes Schundblatt. Allein dieses "Links/Rechts" denken ist so oder so Blödsinn. Was wieder aufzeigt, dass Zizek's Analyse einen sehr trifftigen Wahrheitsgehalt hat.

    2. Nils Pickert
      Nils Pickert · vor mehr als einem Jahr

      @d c Stimmt, die haben in den letzten drei Jahren ja nur zweimal den Pulitzerpreis gewonnen. Und außerdem würden andere Medien nie über diese Thematik berichten.

      www.nytimes.com/2016/07/2...

      www.independent.org/printer.a...

      Oder so ähnlich.
      :-)
      LG
      Nils