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Liebe, Sex und Wir

Theresa Bäuerlein
Journalistin. Autorin. Seit (gefühlt) schon immer.
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piqer: Theresa Bäuerlein
Freitag, 22.07.2016

Die Welt brennt, wir machen dann mal Yoga

"Der Generationenvertrag bricht langsam in sich zusammen und so entsteht dieser moderne Wahn nach sauberem Essen, gesundem Leben, persönlicher Produktivität und der "radikalen Selbstliebe" – unserem Beharren darauf, trotz aller Widersprüche ein sinnhaftes Dasein führen zu können, indem wir nur positiv nach vorne blicken, unserem Glück folgen und ein paar Kniesehnen strecken, während der Planet brennt."        

Das ist ein furioser Einstieg der britischen Feministin Laurie Penny zu einer Rede, in der sie in gewohnt wütender Penny-Manier behauptet, Menschen, die es sich leisten können, würden heutzutage in Wellness flüchten, weil sie meinen, die großen gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit nur durch individuelle Selbstverwirklichung lösen zu können. Politiker und Werber würden diese Idee gezielt nutzen, um Waren zu verkaufen und größere Missstände vergessen zu machen - zum Beispiel die Tatsache, dass nicht jeder sich Yoga und Chiapudding leisten kann. Eine starke These, über die sich nachzudenken lohnt. Vor allem, weil Penny sich nicht mit Hipster-Bashing begnügt oder jede positive Lebenseinstellung zynisch niedermacht, sondern zugibt, dass sie selbst Yoga macht, dass es ihr Leben verändert hat. Aber eben ohne auf die Verkäufe reinzufallen, die sie "Wellness-Ideologie" nennt - und suggeriert, jeder Mensch, der sich genug anstrenge, und sich selbst lieb hat und an seinem kleinen Individualglück feilt, könne es gut haben - "Echte Liebe, die Art, die heilt und bleibt, ist kein Gefühl, sondern ein Verb, eine Handlung. Es geht darum, was du für andere tust – über Tage, Wochen und Jahre. Es ist die Art der Liebe, die wir uns am wenigsten zugestehen, gerade in der politischen Linken."

Die Welt brennt, wir machen dann mal Yoga
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