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Liebe, Sex und Wir

Nils Pickert
Freier Journalist. Autor. Aktivist. Internetmeme. Feminismus und so. Turngerät von vier Kindern.
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piqer: Nils Pickert
Montag, 24.07.2017

Ab wann dürfen sich verwitwete Menschen wieder verlieben?

Patton Oswalt hat sich verlobt und das ist eine prima Sache. Der US-amerikanische Comedian und Schauspieler, den die meisten wohl für seine Rolle des Spence Olchin in King of Queens kennen werden, hat sich mit seiner Kollegin Meredith Salenger das Ja-Wort versprochen. Für einige hat die Sache jedoch einen Haken und sie bekunden in den sozialen Netzwerken ihren Unmut über diese Verbindung. Denn Oswalt ist verwitwet. 2016 verstarb seine Frau, die Kriminalautorin Michelle McNamara. Und nun fragt man sich, ob das angemessen ist. Darf der das? Sind 442 Tage genug getrauert oder entehrt Oswalt damit das Andenken an seine verstorbene Gattin?

Die ebenfalls verwitwete Bloggerin Erica Roman hat sich diesen Fragen gestellt und eine glühende Verteidigungsschrift für Patton Oswalt verfasst. Es sind wütende, zärtliche, zutiefst berührende Zeilen einer Frau, die mit jedem Wort klarstellt, dass sie weiß, wovon sie spricht. Punkt für Punkt nimmt sie sich die Anwürfe vor.

Nein, 442 Tage sind nicht zu kurz.

Nein, uns nicht verwitweten Menschen steht ein Urteil über Patton Oswalt nicht zu.

Und nein: Die Tatsache, dass Oswalt eine neue Liebe gefunden hat, bedeutet nicht, dass er seine alte Liebe aufgegeben hat oder seine Trauer über ihren Verlust begraben konnte. Es bedeutet nur, dass er einen Weg gefunden hat weiterzumachen, sich erneut anderen Menschen zuzuwenden und Zuneigung zu erfahren. Das zu zerreden und zu kritisieren, stellt die eigentliche Beleidigung der Verstorbenen dar. Und nicht nur das:

Die Person, die danach kommt, kann und wird den Menschen nicht ersetzen, den wir verloren haben. Dies zu implizieren ist eine Beleidigung für die verwitwete Person, die neue Liebe und für den geliebten Menschen, der verstorben ist.

Patton Oswalt hat sich übrigens via Twitter bei Erica Roman bedankt. Eigentlich wollte er die Anwürfe komplett ignorieren, fand Romans Text dann aber doch zu gut, um ihn nicht zu verlinken und sich nicht dazu zu verhalten. Recht hat er.

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