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Klima und Wandel

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
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piqer: Nick Reimer
Donnerstag, 23.06.2016

Wozu das Zwei-Grad-Ziel taugt: Ein Kommentar zum Schutz der Kipp-Elemente

Wissenschaftler halten sich mit Kommentaren in der Regel zurück. Insofern ist der Kommentar, den drei führende Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung PIK heute in nature veröffentlicht haben, bemerkenswert. Überschrift: "Warum in Paris das richtige Klimaziel verabschiedete wurde". Erstens sei es notwendig, den globalen Temperaturanstieg unter 2 Grad Celsius zu halten, weil bei ungebremstem Klimawandel enorme Risiken auf die Menschheit zukommen. Zweitens sei die Umsetzung des Pariser Klimaziels machbar, durch eine technologische Explosion der erneuerbaren Energiesysteme und einer Implosion der fossilen Industrien. Drittens sei das Klimaziel einfach genug, um weltweit politisch etwas in Bewegung zu bringen.

Der Paris-Vertrag biete die Chance, "einige der größten Klimarisiken zu vermeiden - das Kippen von wichtigen Elementen des Erdsystems", erklärt Co-Autorin Ricarda Winkelmann. "Etwa das Eis an den Polen oder der Regenwald des Amazonas können sich relativ rasch und wahrscheinlich unumkehrbar verändern, wenn einmal eine bestimmte Erwärmungsschwelle überschritten ist. Das sind keine isolierten Vorgänge, sie haben Auswirkungen auf den gesamten Planeten."

Zum ersten Mal zeigen die Forscher in einem Diagramm, bei welcher Erwärmung welche Elemente des Erdsystems kippen könnten: Eine Erwärmung von nur 1,5 Grad über das vorindustrielle Niveau hätte bereits erhebliche Folgen, zum Beispiel eine Bedrohung für Korallenriffe weltweit. Jenseits von 2 Grad würde die Welt auf einen vollständigen Eisverlust der nördlichen Halbkugel zusteuern, ein Meeresspiegel-Anstieg von 2 bis 3 Metern bis zum Jahr 2300 wäre die Folge. Küstenmetropolen wie New York, Mumbai oder Tokio müssten aufgegeben werden.

"Das Abkommen von Paris ist ein historischer Durchbruch und ein Triumph der Vernunft", erklärt PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber. "Jetzt gibt es den Druck, diesen Konsens rechtzeitig umzusetzen, um die lauernde humanitäre Tragödie tatsächlich noch zu verhindern."

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