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Klima und Wandel

Daniela Becker
Umweltwissenschaftlerin und Journalistin
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piqer: Daniela Becker
Dienstag, 04.12.2018

Klimawandel: Keine Verschwörungstheorien diskutieren, sondern Fakten kommunizieren

Der Klimawandel findet statt, dafür gibt es Beweise. Dennoch hält sich das Gerücht, die vom Menschen verursachte globale Erwärmung sei bloß ausgedacht. Diese Mythen aufdecken? Je öfter Klimaforscher das versuchen, desto eher merken sich Leute Falschinformationen. AFD et al. nutzen unsere Denkstruktur, um den Deutungsrahmen in ihrem Sinne zu verändern, Zweifel zu säen und damit Maßnahmen zu verhindern. Zeit Online gibt Antonia Schuster und Michael Lindner, die am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) geforscht haben, Platz, Tatsachen zu präsentieren. 

  • Oft wird behauptet, es gebe große Uneinigkeit darüber, ob der Klimawandel stattfindet und ob er auch menschengemacht ist. Das ist falsch. Fast alle Wissenschaftler sind sich einig, dass der Mensch die Ursache ist.
  • Geht es um den Klimawandel, reden wir auch von Überflutungen, Waldbränden und anderen Naturkatastrophen. Das erscheint manchen Menschen alarmistisch, sie sagen, Fachleute würden bei der Einschätzung der Klimafolgen übertreiben. Das Gegenteil ist aber der Fall: Die Modelle des Weltklimarates IPCC gelten sogar als recht konservativ.
  • Eine weitere direkte Auswirkung der Klimakrise ist das massenhafte Artensterben. So etwas ist in den letzten 540 Millionen Jahren erst fünfmal vorgekommen. Nun gibt es Studien, die darauf hindeuten, dass das sechste massenhafte Artensterben bereits begonnen hat.
  • Elektroautos sind nicht per se umweltfreundlicher als Benziner und Diesel, dazu muss man genaue Lebenszyklusanalyse zum Fahrzeug machen. Elektrofahrzeuge haben jedoch grundsätzlich das Potenzial, die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen zu reduzieren.
  • Es ist eine verkürzte Darstellung, zu behaupten, die Energiewende koste in Deutschland Arbeitsplätze. Was aber stimmt: Die Jobs haben ganz andere Anforderungen, sowohl an die Menschen als auch an ganze Regionen. 
Klimawandel: Keine Verschwörungstheorien diskutieren, sondern Fakten kommunizieren
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Kommentare 8
  1. Dominique Lenné
    Dominique Lenné · vor 6 Tagen

    Der wichtige Punkt ist: auch wenn durch die wirtschaftliche Umstrukturierung Arbeitslosigkeit entsteht, muss sie stattfinden. Das muss ganz klar sein. Ich kann mir z.B. nicht vorstellen, dass die deutsche Autoindustrie die jetzige Bedeutung und Größe beibehalten kann. Ihr Ressourcenverbrauch ist viel zu hoch. Vielleicht irre ich mich.
    Der Umbau ist teuer. Die jährlichen Investitionen in Emissionsvermeidung und regenerative Energiegewinnung, - Speicherung und Verteilung müssen vervielfacht werden. Dies wird ein wenig Wohlstand kosten, wie er von den klassischen Ökonomen verstanden wird. Darum darf man nicht herumreden. Das erfordert auch mittelfristige Planung. Die nicht stattfindet. Jedenfalls kenne ich keine.

    1. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor 6 Tagen

      Ja, stimme völlig zu. Und das Thema hat enorme soziale Sprengkraft, wenn nicht gut erklärt wird, warum das nötig ist und die Transformation entsprechend gut vorbereitet wird.

    2. Silke Jäger
      Silke Jäger · vor 4 Tagen

      @Daniela Becker Und es muss Ausgleich geschaffen werden für die Menschen, die durch teurere Mobilität und Energie noch tiefer in Armut rutschen. Diese Menschen müssen mit einbezogen werden in politische Prozesse. Ich habe den Eindruck, darauf sind wir alle zu wenig geeicht.

    3. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor 4 Tagen

      @Silke Jäger Ja, die Aufstände in Frankreich zeigen ja, wohin die Reise geht, wenn das nicht mitgedacht wird. Ich wünschte, wir hätten eine sozialdemokratische Partei, die hier Ambitionen entwickelt...

    4. Silke Jäger
      Silke Jäger · vor 4 Tagen

      @Daniela Becker OMG. Eine Utopie! ;)

    5. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor 4 Tagen

      @Silke Jäger Ja, gut. Einen 10-Punkte-Plan für den Anfang ;)

  2. Andreas Peter
    Andreas Peter · vor 5 Tagen

    Ich nehme den Titel "Fakten kommunizieren" gerne auf.

    "Fast alle Wissenschaftler sind sich einig, dass der Mensch die Ursache ist."

    Diese Aussage ist falsch. Der Mensch ist EINE Ursache des Klimawandels, nicht DIE Ursache des Klimawandels - so weit reichen die Fakten. Die Größenordnung des menschlichen Beitrags zum Klimawandel ist offen - jede Aussage hierzu ist das Gegenteil von Fakten.

    "Geht es um den Klimawandel, reden wir auch von Überflutungen, Waldbränden und anderen Naturkatastrophen. Das erscheint manchen Menschen alarmistisch, sie sagen, Fachleute würden bei der Einschätzung der Klimafolgen übertreiben. Das Gegenteil ist aber der Fall: Die Modelle des Weltklimarates IPCC gelten sogar als recht konservativ."

    Beide Aussagen sind mehrfach falsch:
    - Überflutungen und Naturkatastrophen nehmen nicht zu, sondern nur die Höhe des angerichteten Schadens (mehr Menschen=>Mehr und teurere Dinge=>mehr Schaden).
    - Überflutungen und Naturkatastrophen werden durch Wetter (kurzfristige Temperaturschwankungen zweistelligen Bereich) ausgelöst und nicht durch Klima (30 Jahre Durchschnitt).
    - Eine Erwärmung der Erde müsste Extremwetterereignisse im Mittel seltener machen, weil sich nach allen Klimamodellen die Pole stärker aufwärmen als der Äquator. Mehr Extremwetterereignisse würden eher für Abkühlung sprechen, als für Erwärmung.

    - Die IPCC Modelle sind nicht konservativ, sondern warm im Verhältnis zur Wirklichkeit (judithcurry.com/2015/12/1...)

  3. Monika Kienle
    Monika Kienle · vor 4 Tagen

    Ich verstehe nicht, warum Maßnahmen gegen den Klimawandel regelmäßig gleichzeitig mit Arbeitsplatzverlust genannt werden.
    Wer soll denn wo arbeiten, wenn der Erde die Puste ausgeht?
    Wie wäre es mit Logik?
    Und warum werden so viele Veränderungen, die so oder so stattfinden ständig mit diesem fallen Argument belegt?

    Ausbildung, Umschulung, Verlegen des Arbeitsplatzes ist in weit mehr Bereichen heutzutage möglich als je zuvor!