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Klima und Wandel

Daniela Becker
Umweltwissenschaftlerin und Journalistin
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piqer: Daniela Becker
Sonntag, 18.09.2016

Die wahnwitzige Geschichte vom Bau des AKW Hinkley Point C

„Atomkraft – nicht schon wieder“ lautete 2010 der Protestspruch als die schwarz-gelbe Regierung unter Angela Merkel mit einer gesetzlich beschlossenen Laufzeitverlängerung vieler alter Meiler faktisch einen Ausstieg aus dem Atomausstieg legalisierte. Nur wenige Monate später passierte das Unglück in Fukushima und das Blatt wendete sich.

Anderswo hat man die irrationale Liebe zur Atomkraft nicht aufgegeben. Die britische Regierung hat gerade den umstrittenen Bau des Atomkraftwerk Hinkley Point C bestätigt - für die unvorstellbare Summe von 22 Milliarden Euro. Die Kosten sind vorläufig: denn bei anderen europäischen AKW-Bauten schießen die ursprüngliche veranschlagten Kosten durch die Decke. Wie viel Ökostrom-Anlagen und neue Stromnetze man dafür bekäme, möchte man sich gar nicht ausrechnen.

Solche Großkraftwerke, für deren Altlasten nach wie vor weltweit keine Lösung vorliegt, rechnen sich in den allermeisten Fällen wirtschaftlich nicht mehr. Großbritannien fand nur deshalb einen Bauherren für Hinkley Point C, weil die Regierung über 35 Jahre einen sehr hohen Abnahmepreis für den Strom garantiert. Zum Vergleich: Erneuerbare-Energien-Anlagen bekommen in Deutschland eine für 20 Jahre festgelegte Vergütung, die in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesenkt wurde, um die Technologie konkurrenzfähig zu machen.

Wenn ich mir die absurde Vorgeschichte von Hinkley Point C in diesem Artikel des Telegraph durchlese, fühle ich mich ein bisschen an den Berliner Flughafen erinnert. So richtig kann ich nicht glauben, dass das Ding wirklich jemals in Betrieb geht – aber schon heute ist sicher, dass beim Bau sehr viel Geld verbrannt wird.

Die wahnwitzige Geschichte vom Bau des AKW Hinkley Point C
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