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Klima und Wandel

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
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piqer: Nick Reimer
Dienstag, 04.10.2016

Die Landkarte der deutschen Energiewende

12.066 Gemeinden gibt es in Deutschland, Wissenschaftler vom Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ) Leipzig haben die Energiewende auf diese Dimension herunter gebrochen: Welche Gemeinde ist weit vorn, wer hinkt hinterher?

Rot für "fast kein Beitrag", grün für "über 100 Prozent" - herausgekommen ist eine Landkarte der Energiewende: Weit vorne rangieren Gemeinden an der Westküste Schleswig-Holsteins mit zahlreichen Windparks und Biogasanlagen. Stark bei der regenerativen Stromerzeugung aus Wind, Sonne und Biomasse sind auch weite Gebiete in Brandenburg und Sachsen-Anhalt, Teile Mecklenburgs und Frankens. Nachholbedarf haben dagegen Großstädte wie Berlin und Hamburg oder industrielle Ballungszentren in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg.

Für ihre Bewertung der einzelnen Gemeinden entwickelten die UFZ-Forscher einen Energiewende-Indikator (Smart Renewable Power Provision Indicator, SREPP), der nicht nur die schiere Strommenge aus Grünstromanlagen berechnet, sondern auch die Flexibilität eines dezentralen Kraftwerkensembles berücksichtigt. Im Idealfall sind Wind- und Solarparks mit einer wetterabhängig schwankenden Stromerzeugung mit flexiblen Grünstrom-Kraftwerken, die etwa Biomasse oder Wasserkraft nutzen, kombiniert werden. Denn erst im Verbund ergebe sich eine hohe Versorgungssicherheit rund um die Uhr, argumentieren die Wissenschaftler.

Der Erhebung zu Folge gibt es in Deutschland 770 konventionelle Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke und mehr als 1,5 Millionen im ganzen Land verstreuten Solar-, Biogas-, Wasserkraft und Windanlagen, die allerdings nur ein Drittel des Stromverbrauchs decken. Um die regional starken Unterschiede beim Stand der Energiewende abzubauen, regt Studienleiterin Daniela Thrän, "Anreizprämien für bisher wenig entwickelte Gebiete" bei der nächsten Reform des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) einzubauen.

Ob es allerdings gerecht wäre, ausgerechnet die Bummelanten mit Extraförderung zu belohnen, dass erscheint fraglich.

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