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Klima und Wandel

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
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piqer: Nick Reimer
Dienstag, 21.03.2017

Die Energiewende ist anstrengend, aber machbar — nur beim Nachbar?

Weltweit gibt es für den Klimaschutz einen leichten Hoffnungsschimmer: Die globalen Treibhausgas-Emissionen aus der Energiewirtschaft sind 2016 zum dritten Mal in Folge stabil geblieben. Das belegen Daten der Internationalen Energieagentur IEA.

Das dieser Hoffnungsschimmer nicht für Deutschland gilt, war hier bereits angepiqd: Der deutsche Treibhausgas-Ausstoß ist 2016 wieder gestiegen. Statt den Ausstoß zu senken und das Ziel von minus 40 Prozent bis 2020 anzupeilen, stiegen hierzulande die Emissionen um 4 Millionen Tonnen, etwa ein halbes Prozent. Das zeigt eine Studie der Beratungsfirma Arepo Consult im Auftrag der Grünen und Zahlen des Umweltbundesamts. Schuld am Anstieg waren bei 1,9 Prozent Wirtschaftswachstum mehr Verkehr, mehr Heizung bei kaltem Wetter und der weiterhin hohe Stromexport. Größtes Problem ist der Auto- und Lkw-Verkehr. Im Straßenverkehr stiegen die Emissionen von Klimakillern um mehr als 5 Millionen Tonnen und liegen damit sogar noch höher als 1990.

Nun hat ausgerechnet die Bundesregierung im Vorfeld ihrer G20-Präsidentschaft das Gutachten zum "Investi­tionsbedarf für ein kohlenstoffarmes Energiesystem" in Auftrag gegeben. Damit sollte in der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer für die globale Energiewende geworben werden. Die Staaten der G20 sind für 80 Prozent der globalen ­Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich. Ergebnis der Studien: Die globale Energiewende sei machbar und bezahlbar, dafür müssten aber die politischen Entscheidungen schnell fallen. Investitionen in Billionenhöhe müssten in Öko-Energien und Energie-Effizienz umgeleitet werden, ein CO2-Preis "in Höhe von bis zu 190 Dollar pro Tonne", sei hilfreich, sagt der Chef der Internationalen Energieagentur Fatih Birol.

Da müssen doch dem Auftraggeber glatt die Ohren dröhnen: Die Bundesregierung hat in den letzten Jahren die Investitionen in Erneuerbare stark gedrosselt, der CO2-Preis liegt derzeit bei fünf Euro. Ob die Ratschläge der IEA auch für Deutschland gelten?

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