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Klima und Wandel

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
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piqer: Nick Reimer
Dienstag, 10.10.2017

Der Meeresspiegel und sein Anstieg - ganz konkret

In Europa sind es 169 Messstationen, in Asien 141, in Nordamerika 133: Das Recherchekollektiv CORRECTIV hat gemeinsam mit Journalisten aus sieben Ländern einen Datensatz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, der die Entwicklung des Anstiegs der Weltmeere in den vergangenen 84 Jahren nachzeichnet. Seit dem Jahr 1933 sammelt eine britische Behörde, der Permanent Service of Mean Sea Level, die Fluthöhen von Häfen in aller Welt, satellitengestützte Messungen gibt es erst seit den 1990er Jahren.

CORRECTIV kombiniert beides und entwickelte daraus eine Weltkarte des Meeresspiegel-Anstiegs: An 500 verschiedenen Stellen wird aufgelistet, wie stark sich die Ozeane in den vergangenen Jahren bereits ausgedehnt haben. So ist das Meer heute im südfranzösischen Marseille 20 Zentimeter höher als vor 30 Jahren. Auf der Nordseeinsel Borkum sind es 18 Zentimeter. Die Top-Ten der am stärksten betroffenen Städte liegen vor allem in Asien. Die philippinische Hauptstadt Manila beispielsweise misst knapp 40 Zentimeter höhere Pegel als vor 30 Jahren.

Die Forscher vom Weltklimarat IPCC prognostizierten in ihrem Sachstandsbericht einen globalen Anstieg des Meeresspiegels zwischen 20 und 80 Zentimetern bis zum Jahr 2100. Bis zum Jahr 2200 oder gar 2300 könnten es einige Meter werden. Eine enorme Spannbreite, die über die Lebensweise von Hunderten Millionen Menschen entscheiden wird. Zuletzt musste die Prognose der Klimawissenschaftler stark nach oben korrigiert werden. In der Karte haben die Macher auch jene Gebiete der Welt markiert, die zehn Meter oberhalb des Meeresspiegels liegen.

Allerdings steigt der Meeresspiegel nicht überall, in den skandinavischen Häfen sinkt er beispielsweise. In der westfinnischen Stadt Vaasa ging der Meeresspiegel beispielsweise um fast zehn Zentimeter zurück, in der nordnorwegischen Stadt Bodø sogar um 25 Zentimeter. Der Grund: Die früher von kilometerdicken Eispanzern zusammengepresste Erdkruste dehnt sich hier nach dem Schmelzen der Gletscher wieder aus.

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