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Klima und Wandel

14 Mal mehr Regenfluten in Mitteleuropa

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
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Nick ReimerMittwoch, 21.07.2021

In den Katastrophengebieten in der Eiffel, im Bergischen Land, an der Wupper, in Südwestfalen oder der Sächsischen Schweiz trocknet langsam der Schlamm, aus meiner eigenen Fluterfahrung weiß ich, dass dies eine harte Zeit für die Betroffenen ist: Jetzt wird jedem klar, was alles fehlt oder weggeschmissen werden muss und getrockneter Schlamm kann ausgesprochen zäh sein.

Klar muss jedem von uns werden, dass derartige Katastrophen das neue "normal" werden: Forscher haben die Zunahme solcher Ereignisse schon vor 30 Jahren als Folge von Erderwärmung prognostiziert. Inzwischen belegen Messdaten diesen Zusammenhang gut. Und dann ist da ja auch noch die Physik: Deutschland hat sich nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes seit 1881 bereits um 1,6 Grad erhitzt, wärmere Luft kann mehr Wasser speichern, pro Grad mehr sind es 7 Prozent.

Klimaforscher um Abdullah Kahraman von der Newcastle University haben näher untersucht, wie häufig solche langsam ziehende Starkregen-Tiefs in Europa bis Ende des Jahrhunderts vorkommen werden, wenn nicht mit Klimaschutz begonnen wird. Sie nutzten dafür ein hochauflösendes, bis auf zwei Kilometer genaues Klimamodell des britischen Met Office, um das Verhalten von Starkregen-Tiefs bei anhaltendem, weitgehend ungebremstem Klimawandel bis zum Jahr 2100 zu simulieren. Ergebnis: Derlei Ereignisse werden um das 14-Fache zunehmen. Extreme Niederschlagsmengen von mehr als 200 Millimetern pro Stunde werden dadurch überproportional häufiger fallen. Und auch die betroffenen Gebiete weiten sich aus.

Der Risikoforscher Ortwin Renn plädiert dafür, als Konsequenz aus den Überschwemmungen über Umsiedlungen einzelner Häuser und Ortsteile nachzudenken:

Viele Anwohner trösten sich mit dem Gedanken, dass solche Überschwemmungen nur alle 100 Jahre vorkommen. Diese Hoffnung mag sich aber als trügerisch erweisen. Besonders gefährdete Gebäude sollten deshalb verlegt und nicht an derselben Stelle neu errichtet werden.

In einigen Städten und Gemeinden liegen bereits Gefahrenkarten für Starkregen vor, "aufgrund der unklaren Rechtslage werden diese aber manchmal nicht veröffentlicht", sagt Annegret Thieken von der Universität Potsdam. "Hier ist der Gesetzgeber gefordert, Klarheit zu schaffen. Nur wer seine Gefahrenlage kennt, kann sich auch vorbereiten."

Am Wochenende drohen die nächsten Starkregen. Und in China ging gerade eine Flut nieder, die es ohne den Klimawandel statistisch nur einmal in 100 Jahren geben dürfte.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert als Konsequenz einen Kohleausstieg bis 2030 – statt wie geplant 2038. Immerhin.

14 Mal mehr Regenfluten in Mitteleuropa

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