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Kopf und Körper

Silke Jäger
Freie Journalistin und Texterin für Gesundheitsinfos
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piqer: Silke Jäger
Samstag, 20.05.2017

Mehr Allergene für Kinder!

Allergien sind ein Riesenproblem – für jeden, der betroffen ist, und für Gesundheitssysteme allgemein. Allergien senken nicht nur die Lebensqualität im Akutfall, sondern erhöhen auch die Chance, Folgeerkrankungen zu bekommen. Die Therapien sind schwierig, erfordern von allen Beteiligten ein gutes Maß an Frustrationstoleranz und Durchhaltevermögen.

Schon lange weiß man, dass Bauernhofbakterien, mit denen man in der frühesten Kindheit in Berührung kommt, einen positiven Effekt haben und die Wahrscheinlichkeit für Allergien signifikant senken. Nun gibt es einen weiteren eindrucksvollen Beleg dafür. Ein unterbeschäftigter Allergologe, der sich in Amish-Land niedergelassen hatte, gab den Anstoß zu einer Studie, die die Allergiehäufigkeit in zwei Religionsgemeinschaften miteinander vergleicht, die relativ isoliert leben. Die Hutterer und die Amishpeople sind durch Landwirtschaft geprägte Gemeinschaften, mit dem Unterschied, dass die Amishpeople vorindustrielle Anbaumethoden praktizieren – keine Massentierhaltung, keine Maschinen, alles Handarbeit; werdende Mütter arbeiten in den Ställen, Kinder spielen dort. Das führt dazu, dass bei Amsihkindern bereits im Grundschulalter völlig andere Immunantworten zu finden sind als bei Huttererkindern.

Bauernhof ist also nicht gleich Bauernhof. Die Bakterienvielfalt und insbesondere diejenigen Bakterien, die in Kuhställen vorkommen, in denen natürlich gefüttert wird, machen einen Riesenunterschied. Statt zu vieler Allergene scheinen zu wenige ein größeres Problem zu sein – zumindest in der allerfrühesten Kindheit und offenbar noch weit davor. Was unsere Immunsysteme nicht lernen, fehlt dem unserer Kinder auch. Unser Immunsystem braucht das richtige Lernumfeld, das es in zivilisierten Gesellschaften mit industrieller Landwirtschaft nicht mehr findet.

Der Beitrag reißt viele Aspekte zu diesem spannenden Thema zwar nur an, aber zum Einsteigen sind Audio-und-Text-Kombi gut geeignet.

Mehr Allergene für Kinder!
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