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Kopf und Körper

Benedikt Sarreiter
Der piqer hat bisher keine Tätigkeit eingetragen.

Benedikt Sarreiter ist Mitglied des Redaktionsbüros Nansen & Piccard , schreibt u.a. für Wired, Interview und die Süddeutsche Zeitung und hat 2015 mit Paul-Philipp Hanske das Buch "Neues von der anderen Seite. Die Wiederentdeckung des Psychedelischen" bei Suhrkamp veröffentlicht. Er lebt in München.

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piqer: Benedikt Sarreiter
Donnerstag, 17.11.2016

Das Lächeln des Radikalen

Mike Pence, der designierte Vize-Präsident der USA, mag wie der freundliche, harmlose Onkel unter all den Hardlinern in Donald Trumps Team wirken. Aber der Eindruck täuscht. Pence ist radikaler Christ und Verfechter der US-eigenen jüdisch-christlichen Ethik, einem konservativem Wertekatalog, der im Laufe des 20. Jahrhunderts immer rigoroser und zur Abwehr des Kommunismus (unter Reagan) verwendet wurde und heute gegen Multikulti, LGBT, Moslems, Globalisierung und Freihandel ins Feld geführt wird. Mike Pence macht Politik mit dem Alten Testament in der Hand.

Was das bedeutet, kann man an Pences Zeit als Gouverneur von Indiana ablesen, die Walter Armstrong in seinem ausführlichen Text beschreibt. Es ist die Geschichte eines Mannes, der lieber für an HIV erkrankte Drogenabhängige  betet, als Nadel-Austauschprogramme zu erlauben, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen, der Planned Parenthood Organisationen bekämpft, der bei Amtsantritt die Steuern für Reiche und Unternehmen senkte und die für Gemeinden drastisch erhöhte, was zu einer starken Einschränkung der Gemeindearbeit führte, die vor allem den schwachen Community-Mitgliedern zu Gute kommt. Dafür baute und renovierte Pence Gefängnisse für 100 Millionen Dollar, was die Geo Group freute, ein großes Unternehmen, das Gefängnisse errichtet und führt, und ein Hauptgeldgeber Pences ist. Um die schönen, neuen Knäste zu füllen, verschärfte Pence die Drogengesetzgebung Indianas. Das ist es wohl, was die Trump-Regierung als pragamatisch feiert.

Das Lächeln des Radikalen
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