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Spiele und Kultur

Christian Huberts
mächtiger™ Kulturwissenschaftler und Kulturjournalist
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piqer: Christian Huberts

Der Avatar über dem Nebelmeer – Caspar David Friedrich, Romantik und Games

Als ich vor wenigen Tagen in der betörend schönen Wildnis des narrativen Adventures Firewatch unterwegs war, überkam es mich wieder: Ein Gefühl der Sehnsucht nach unberührter Natur, geheimnisvollen Wäldern und nebligen Flusstälern. Ich wäre am liebsten gleich im Elbsandsteingebirge untergetaucht. Wandern, Ausblicke genießen und in Melancholie schwelgen. Immer häufiger provozieren moderne Games solche romantischen Gefühlslagen. Sei es Dear Esther mit seiner rauen Hebrideninsel oder Proteus mit seinen zufallsgenerierten Jahreszeiten-Tableaus. Und auch sehr viele andere Computerspiele bedienen sich seit langer Zeit der Bildwelten der Romantik, wenn auch selten so forciert wie in der Gegenwart. Ohne Maler wie Caspar David Friedrich sähen Games heute anders aus.

Anjin Anhut ist Illustrator und auf seinem Blog howtonotsuckatgamedesign postet er regelmäßig Schlaues zur Spielkultur und zur visuellen Ästhetik von Computerspielen. In einem pointierten Dossier hat er sich den Posterboy unter den romantischen Malern vorgenommen und fasst sehr schön zusammen, warum Der Mönch am Meer und andere Gemälde so konstituierend für Games sind und waren:

Friedrich’s vast landscapes often feature iconic natural structures, such as giant trees and distinctive rock formations. These structures draw the imagination and so does his use of gothic architecture, often presented as ruins. These structures hint at a forgotten past and pose as significant landmarks for the travels ahead.

He usually places these structures in the distance, bringing the backgrounds of his paintings into the focus, as we are asked to join the respective avatars in their act of gazing into sunsets (or sunrise) and letting our mind wander to places not yet in reach. He also loves to show us paths, gates and doors, making us imagine what lies beyond.

Der Avatar über dem Nebelmeer – Caspar David Friedrich, Romantik und Games

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Kommentare 5
  1. Christian Huberts
    Christian Huberts · vor 10 Monaten

    Und noch ein bisschen Eigenwerbung:
    – Zur Ästhetik der Romantik im Computerspiel habe ich vor ein paar Jahren auch etwas veröffentlicht: christianhuberts.blogspot.de/2013/05/z....
    – Stimmungen, Atmosphären und Momente der Reflexion in Games gehört seit ein paar Jahren zu meinem Forschungsschwerpunkten. Vor knapp zwei Jahren ist ein Sammelband dazu erschienen: christianhuberts.blogspot.de/2014/08/z....

  2. Juliane Becker
    Juliane Becker · vor 10 Monaten

    Wunderschön!

  3. Christian Huberts
    Christian Huberts · vor 10 Monaten

    Innerhalb von »Firewatch« findet man eine Einwegkamera mit der man die Spielwelt fotografisch einfangen kann. Am Ende des Spiels kann man sich Abzüge bestellen. Meine gibt es hier ***Vorsicht, Spoiler!***: firewatch.camera/SunnyDeli....

    1. Alexander Krützfeldt
      Alexander Krützfeldt · vor 10 Monaten

      Mega. Hab aber gehört, es wird storytechnisch zum Ende hin fad. Stimmt das? Was war Dein Eindruck?

    2. Christian Huberts
      Christian Huberts · vor 10 Monaten

      @Alexander Krützfeldt Es erzählt nicht die stärkste Story, das stimmt schon. Die gelungene Art und Weise der Erzählung sticht da positiver hervor. Der ständige Funkkontakt funktioniert super als Storytelling-Mechanik, vor allem, weil man on-the-fly antworten kann, während man in der toll gestalteten Wildnis herumspaziert. Keine Unterbrechung im Erzähl- und Spielfluss. Ansonsten ist's ein netter Mystery-Plot irgendwo zwischen »Stand by me« und Verschwörungsparanoia.

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