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Sonja Wild
Redakteurin, Spielebloggerin

Hat englische und deutsche Literaturwissenschaft sowie Politik in Erlangen studiert. Schreibt auf lostlevels.de über Indie-Spiele und arbeitet in der Redaktion des Bookazines WASD mit. Lebt, spielt und arbeitet in Berlin.

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piqer: Sonja Wild
Freitag, 09.09.2016

Spore ist zurück – und No Man’s Sky ist schuld

Gestern war an vielen Orten eine bizarre Meldung zu lesen, bei der ich nicht sicher bin, ob ich darüber lachen soll oder ob sie mir das Herz bricht: Die acht Jahre alte Evolutionssimulation Spore von Sims-Entwickler Will Wright ist derzeit auf Steam ziemlich weit oben in den Verkaufscharts (geschuldet wohl auch einem hohen Rabatt) und überholt, was die Zahl der aktiven Spieler angeht, das gerade einmal vier Wochen alte und viel diskutierte Weltraum-Spiel No Man’s Sky.

Wer die Entwicklung beider Spiele vor und nach dem Erscheinen beobachtet hat, weiß, dass Spore fast den gleichen Weg genommen hat wie No Man’s Sky: Einem Riesen-Hype ab dem Moment seiner Ankündigung (das Spiel der Spiele! Vom Einzeller bis zur Raumfahrt!! DAS GRÖSSTE SPIEL DER WELT!!!) folgte die radikale Ernüchterung nach dem Erscheinen, die sich zu großer Enttäuschung und Verärgerung auswuchs.

Es ist kein Zufall, dass sowohl No Man’s Sky als auch Spore auf prozedural generierte Inhalte setzen, denn die Aussicht auf unendliche Mengen unterschiedlicher Kreaturen oder Planeten macht einen großen Teil der Faszination aus, die beide Spiele vor ihrem Erscheinungsdatum ausübten. Entsprechend gab es schon 2015 Stimmen, die davor warnten, dass No Man’s Sky ein ähnliches Schicksal drohen könnte wie einst Spore. Ein Beispiel ist der hier verlinkte Kommentar bei Forbes. Wahrscheinlich ist es aber auch dieser gedankliche Zusammenhang, der dafür sorgt, dass Spore nun plötzlich ein kleines Revival erlebt.

Ich habe Spore und No Man’s Sky gespielt. Und was soll ich sagen: Ich habe beide gerne gespielt, finde sie auf ihre Art bemerkenswert und habe für beide große Sympathie. Aber ich sehe natürlich auch, wie sie beide an ihren eigenen Ansprüchen und vor allem den übergroßen Erwartungen gescheitert sind. Deshalb freut es mich, dass Spore acht Jahre später noch mal einen kleinen Schub erhält. Ein ähnliches Happy End, aber gerne früher, wünsche ich mir auch für No Man’s Sky, denn das Spiel hat, bei aller Kritik, Liebe verdient.

Spore ist zurück – und No Man’s Sky ist schuld
8,3
4 Stimmen
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