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Matthias Onken
piqer: Matthias Onken
Mittwoch, 01.06.2016

Headline garantiert: Wie Journalisten die AfD groß machen

Da hat doch glatt einer dieser Rechtspopulisten wieder auf irgendeinem Kanal, bei einer Rede vor Gefolgsleuten oder in einem Hintergrundgespräch was Rechtspopulistisches vom Stapel gelassen! Das ist doch bester Stoff für 'ne schnelle Aufreger-Story. Zack, schon baut sich ein kleiner Facebook-Post irgendeines AfD-Aktivisten zum medialen Headline-Tsunami auf. Als würde die plakative Empörung den Zitatgeber zur Rücknahme des Gesagten und dessen Sympathisanten zur Abkehr bringen. 

Wie absurd dies ist, wie sehr die Absender rechter Parolen dank vorhersehbarer publizistischer Erregungen vieler etablierter Medien mittlerweile auf massive Reichweiten vertrauen dürfen, bringt der Autor hervorragend auf den Punkt, indem er den nachrichtlichen Wert provokanter Parolen auf der Nulllinie verortet: "Als wäre es überdies wirklich eine Meldung, davon zu berichten, dass AfD oder ihr Klientel sich rechtspopulistisch geäußert haben."

Viele Journalisten ereifern sich derzeit lieber über Banalitäten, als dass sie den Fokus ihrer Berichterstattung dorthin legen, wo es um wirklich Substanzielles geht: "So wird Stammtisch-Rassismus um vermeintlich ‚undeutsche‘ Kindergesichter auf Schokolade zum Top-Thema, während sich die Räumung des Lagers von Idomeni auf die hinteren Ränge der News-Wichtigkeiten verbannt sieht."

Hier hält ein Journalist der Branche den Spiegel vor. In ihn zu blicken lohnt. Nicht nur für Kollegen. 

Headline garantiert: Wie Journalisten die AfD groß machen
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