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Fundstücke

Annett Gröschner
Schriftstellerin und Journalistin
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piqer: Annett Gröschner
Sonntag, 19.06.2016

Die Freiheit wird im Admiralspalast verteidigt

Ich finde die Texte des diesjährigen Michael-Althen-Preisträgers für Kritik, Rupprecht Podszun, über Theater und Recht sehr empfehlenswert, weil sie klug und gut geschrieben sind sowie das schwierige Verhältnis von Recht und Kunst auch für Laien verständlich beschreiben. Leider sind sie rar, denn er ist im Hauptberuf Jurist. Jetzt hat er einen Text für die Rubrik DENKZEICHEN der Webseite der Volksbühne verfasst. Dort erzählt er die Geschichte des 2015 durch Deutschland getourten Musicals „Soy de Cuba“, besser gesagt, über dessen Ticketverkauf über den Internetbezahldienst Paypal. Der ist ein US-Unternehmen, das Kuba-Embargo-Vorschriften unterliegt und aufgrund dessen per Algorithmus Überweisungen mit der Betreffzeile „Soy de Cuba“ (Ich bin aus Kuba) als „trading with the enemy“ einstuft, genauso wie Verkäufe von kubanischem Rum und kubanischen Zigarren. Das gilt auch für Geschäfte innerhalb Europas, wo das Embargo nicht gilt. Die Einnahmen des deutschen Ticketverkäufers Proticket wurden von Paypal einbehalten. Proticket ging vor ein deutsches Gericht und bekam Recht. Podszun erzählt uns aber, dass die Geschichte nicht so ganz eindeutig ist und auch die TTIP-Problematik streift. Eindeutig allerdings ist die Erkenntnis, dass wir auf jeden Fall erst das Kleingedruckte lesen sollten, wenn wir ein Paypal-Konto einrichten. Aber das wissen wir ja. Eigentlich.

Die Freiheit wird im Admiralspalast verteidigt

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Kommentare 1
  1. Marcus von Jordan
    Marcus von Jordan · vor mehr als 4 Jahre

    Was für ne Geschichte...! Danke.

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