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Judka Strittmatter
freie Journalistin und Autorin
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piqer: Judka Strittmatter
Sonntag, 19.06.2016

Demenz: Wenn der Vater verschwindet, aber noch da ist

Das Thema Demenz ist äußerst präsent in den Debatten rund ums Altern der Gesellschaft und des Menschen überhaupt. Das definitiv anrührendste Buch zum Thema hat jüngst der Journalist Andreas Wenderoth vorgelegt und man kann ihm nur beste Umsatzzahlen auf einem Büchermarkt wünschen, auf dem fast nur noch Prominente und nicht Schriftsteller richtig viele Bücher verkaufen – egal wie gut oder schlecht der Inhalt ihrer Werke ist. Warum das so ist, wird an anderer Stelle noch geklärt werden müssen. „Ein halber Held“ heißt Wenderoths zärtlich-traurige Bestandsaufnahme zur Demenz, der Vater selbst hatte in Gesprächen mit dem Sohn selbst über sich gesagt: „Entschuldige mich bitte für meine Inhaltslosigkeit, aber ich bin nur noch ein halber Held.“ Als er noch ein ganzer sein durfte, war er selbst viele Jahre Journalist und immer ein Mann des Wortes, aber nun, so schreibt der Sohn, „verlassen die Worte ihn“. Kehren sich gegen ihn, werden zu Verrätern. Der Vorläufer zum Buch war diese Geo-Reportage, die in ihrer Kompaktheit allein das Zeug dazu hat, einen im wahrsten Sinne des Wortes zu „ergreifen“. 

Demenz: Wenn der Vater verschwindet, aber noch da ist
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