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Flucht und Einwanderung

Lars Hauch
Freier Journalist mit Schwerpunkt Nahost-Politik und Islamismus
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piqer: Lars Hauch
Donnerstag, 12.07.2018

Revolution ade. Darum geben die Menschen in Syrien auf

Elizabeth Tsurkov hat herausragende Arbeit geleistet. In diesem Beitrag findet ihr die Essenz hunderter Interviews, die sie in den letzten Jahren mit Aktivisten, Zivilisten und Rebellen geführt hat – und die einen Eindruck davon vermitteln, warum auch zukünftig viele Menschen fliehen werden.

Die Quintessenz: Das Leben in von bewaffneten Oppositionsgruppen kontrollierten Gebieten ist für die Menschen nur mehr eine Qual. Die Belagerungen durch die Assad-Regierung und die fortdauernden Bombardements haben eine Krise verursacht, in der Rebellengruppen auf Kosten der Bevölkerung um ihr Überleben kämpfen.

So verwundert es nicht, dass viele von ihnen die Assad-Regierung, gegen deren Diktatur sie einst auf die Straße gingen, als geringeres Übel akzeptieren und kapitulieren.

Elizabeth beendet ihren Text mit einer düsteren Zukunftsprognose: Die Assad-Regierung ist sich bewusst darüber, dass ihr militärischer Sieg kein politischer ist. Deshalb wird die Repression in Syrien zukünftig vermutlich noch brutaler sein, als vor Ausbruch des Konflikts im Jahr 2011. 

Hier habe ich zwei Passagen der Interviews für euch übersetzt:

Mustafa aus Idlib: "Die Rebellen sind nicht in der Lage, die Gehälter von Lehrern und lokalen Angestellten zu zahlen. Sie sind nicht in der Lage, die Versorgung mit Nahrung, Elektrizität, Wasser und Benzin zu sichern. Es sind die Menschen, die am meisten verloren haben. Wenn wir gewusst hätten, dass die Welt nicht einschreitet, hätten wir uns nicht erhoben und vielleicht hätten wir uns einen anderen Weg überlegt, um Assad loszuwerden."
Aktivist aus Duma: "Alle sind die Bombardierungen und Belagerung leid. Wir können die Appelle der Rebellen an unsere Standhaftigkeit nicht mehr hören, dadurch hat das Regime nur mehr Zeit ums uns zu töten. An den Fronten sind aufrichtige junge Männer, wir beten Tag und Nacht für sie. (...) Aber das Regime hat massive Verstärkung zusammengezogen, und ganz egal wie viel die jungen Männer zurückerobern können: Das Regime rückt vor."
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