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Flucht und Einwanderung

J. Olaf Kleist
Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsforschung
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piqer: J. Olaf Kleist
Dienstag, 25.04.2017

Mare Nostrum oder Mare Not Our Problem? Die EU gibt Rettungen im Mittelmeer auf

Die Zahl an Bootsflüchtlingen, die sich auf den Weg über das Mittelmeer machen, ist dieses Jahr höher als noch letztes Jahr. Rund 40.000 Menschen waren es zwischen Januar und Mitte April und die Zahlen werden noch rapide ansteigen. Einhergehen damit auch viele Todesfälle: Gerade ertranken 15 Migranten vor Lesbos. Im letzten Jahr ertranken insgesamt über 5000. Auf die EU kommt diesen Sommer ein Drama im Mittelmeer zu. Doch die Staaten konzentrieren sich fast ausschließlich auf die Verhinderung von Migration in den Transitstaaten — was nur mittelfristig zu einer Abnahme von Bootsflüchtlingen führen kann (von den menschenrechtlichen Konsequenzen und möglichen unbeabsichtigten Konsequenzen mal abgesehen). Europäische Staaten ziehen ihre Rettungsschiffe sogar von den wichtigsten Routen ab, wie Catarina Lobenstein berichtet, und überlassen Rettungseinsätze zum großen Teil völlig überforderten NGOs, die mit eigenen Schiffen vor Ort sind. Als sei dies aber nicht gefährlich genug, wird den NGOs noch vorgeworfen, sie würden mit Flüchtlingen und Schmugglern zusammenarbeiten und der Grund für die Flucht über das Mittelmeer sein. Dies scheint doch zumindest zynisch. Aber auch wenn hunderte Ertrunkene inzwischen zu keinen Schlagzeilen mehr führen, dann wird das Sterben im Mittelmeer zunehmen. 

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Kommentare 1
  1. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · vor mehr als einem Jahr

    Diese billigend in Kauf genommenen Toten (oder kann man hier schon von Ermordeten sprechen?) sind eine Schande - für Deutschland wie für Europa.