Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kuratoren aus Journalismus, Wissenschaft und Politik empfehlen
und kommentieren die besten Inhalte im Netz.

Du befindest dich im Kanal:

Flucht und Einwanderung

J. Olaf Kleist
Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsforschung
Zum piqer-Profil
piqer: J. Olaf Kleist
Freitag, 29.07.2016

Ist es an der Zeit für eine globale Allianz für Zwangsmigranten?

Die Genfer Flüchtlingskonvention wurde gestern 65 Jahre alt. Sie ist ein essentieller Baustein für die globale Infrastruktur zum Schutz von Flüchtlingen und Vertriebenen. Doch immer häufiger werden Fragen laut, ob die bestehenden Strukturen der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts noch gerecht werden. Zum einen wird die enge Definition des 'Flüchtlings' in der GFK oft kritisiert: Sind Menschen die vor Hunger oder Klimakatastrophen fliehen nicht eben so schutzbedürftig wie politisch Verfolgte? Zum anderen ist die hierarchische und staatsähnliche Struktur des UNHCR oft zu wenig flexibel und nicht in der Lage, auf die verschiedenen Herausforderungen von gerade dauerhaften Vertreibungssituationen zu reagieren.

T. Alexander Aleinikoff, ehemaliger Stellvertretender Hoher Kommissar für Flüchtlinge der Vereinten Nationen, unterbreitet zusammen mit Sarah Cliffe, Direktorin des Center on International Cooperation, New York University, einen interessanten Vorschlag für eine globale Aktionsplattform und -fonds für ZwangsmigrantInnen. Vorderstes Ziel ist es, private Akteure, insbesondere aus der Wirtschaft, in Projekte einzubeziehen, die ZwangsmigrantInnen eine dauerhafte Perspektive bieten können, zum Beispiel durch die Förderung gezielter Investitionen. Durch eine solche Allianz kann über die rein staatlichen Zugänge hinausgegangen werden - ein aktueller Trend in der momentanen humanitären Hilfe - und global Anreize geschaffen und koordiniert werden. Dies ist nicht unproblematisch, gerade weil hier traditionelle rechtsbasierte UN Organisationen, die sich seit Langem für Migranten einsetzen, zurzeit marginalisiert werden - vor allem die International Labour Organisation (ILO), potentiell aber auch UNHCR. Dennoch sind dies wichtige Vorschläge, die ernst genommen werden müssen und einen Hinweis auf momentane Entwicklungen im Bereich des Flüchtlingsschutzes geben.

Ist es an der Zeit für eine globale Allianz für Zwangsmigranten?
6,7
Eine Stimme
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied!