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Flucht und Einwanderung

J. Olaf Kleist
Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsforschung
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piqer: J. Olaf Kleist
Mittwoch, 07.09.2016

Flüchtlingen einen Wohnungsort zuweisen? Das ging schon mal schief - ein Beispiel aus Irland

Warum ist man da nicht schon früher darauf gekommen? Flüchtlingen einfach einen Wohnort zuzuweisen, um sie gleichmäßig zu verteilen und Ghettos zu verhindern: Ist man ja, zum Beispiel in Irland als vietnamesische Flüchtlinge in den 1980er Jahren umgesiedelt wurden. Diese wurden auf Städte und Dörfer im ganzen Land verteilt. Das Ergebnis: Es war ein soziales Experiment das einer Lotterie gleich kam. Wer in einer Großstadt landete konnte sich dank bestehender sozialer und wirtschaftlicher Strukturen integrieren, wer in sozial schwachen Gemeinden unterkam, hatte verloren. Das Experiment galt als gescheitert: Migranten, zumal Flüchtlinge, brauchen soziale Netzwerke zur Integration, die nicht in kleine Einheiten zerbrochen werden sollten. Das argumentiert der Autor dieses interessanten Beitrags und er plädiert dafür, den gleichen Fehler nicht mit syrischen Flüchtlingen zu wiederholen.

Was hier für Großbritannien geschrieben ist, gilt auch für Deutschland. Übrigens gingen auch Wohnortzuweisungen in Deutschland mit den Russlanddeutschen und in anderen Ländern mit Flüchtlingen nie lange gut. Nach ein paar Jahren zogen diese immer in größere Städte mit mehr Migranten und wirtschaftlichen Möglichkeiten. Einzig was gut funktionierte war, wenn Gemeinden bei Flüchtlingen warben, dass diese zu ihnen ziehen mögen - sei es weil bestimmte Facharbeiter oder Familien gesucht wurden. Auch dies geschah in den 1990ern mit Russlanddeutschen. Was funktioniert ist also, wenn alle Beteiligten, Gemeinden und Flüchtlinge, gemeinsam Vorteile entdecken. Dafür sollten Strukturen geschaffen werden, anstatt alte Fehler zu wiederholen.

Flüchtlingen einen Wohnungsort zuweisen? Das ging schon mal schief - ein Beispiel aus Irland
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