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Flucht und Einwanderung

Fabian Goldmann
mal Journalist, mal Islamwissenschaftler, je nachdem

...hab damals den Einschreibungstermin für Theoretische Physik verpasst. Das hab ich jetzt davon.

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piqer: Fabian Goldmann
Montag, 30.10.2017

Es geht nur um 60.000 Kinder, Eltern, Geschwister, Ehepartner...

Es geht darum, dass Kinder mit ihren Eltern leben können, Brüder mit ihren Schwestern, Ehefrauen mit ihren Männern... 

Ich finde, man sollte sich diese einfachen Umstand immer mal wieder bewusst machen, wenn politisch und medial um den "Familiennachzug" gefeilscht wird. Um zu erkennen, welchen moralischen Abgrund wir mittlerweile in unseren Flüchtlingsdebatten erreicht haben, wenn das Zusammenleben von Familien ernsthaft zum Gegenstand von Koalitionsverhandlungen, ja überhaupt zu etwas gemacht wird, worüber öffentlich diskutiert werden kann. 

Und schlimmer noch: Vielen dienen jene Flüchtlinge, die ihre Lieben zu sich holen wollen, nur noch als willkommene Gelegenheit, um die nicht enden wollende Dynamik immer neuer Schreckensvision mit neuen Zahlenmaterial zu unterfüttern: 7 Millionen waren es bei Boris Palmer, 60 Millionen bei CSU-Politiker irgendwer, 134 Millionen einmal in einer Hochrechnung von Thilo Sarrazin... Nichts wird sich bewahrheiten.

Aber die Beliebigkeit dieser Zahlenspielereien zeigt eine andere Wahrheit: Den Kritikern geht es nicht um eine konkrete Zahl und die vermeintliche Belastung, die dahinter steht. Die Gewissheit, dass keine Millionen kommen werden, hat sich mittlerweile auch in flüchtlingskritischen Kreisen herumgesprochen - ebenso wie die Gewissheit, dass wohl nichts den Integrationserfolg eines Menschen stärker begünstigt, als die Aussicht seiner Familie eine Zukunft aufzubauen zu können. Dennoch feilschen sie um jeden zusätzlichen „Ausländer raus“. Sie halluzinieren von "Belastungsgrenzen". Dabei dürfte die tatsächliche Zahl irgendwo zwischen zwei Helene Fischer-Konzerten und dem Passagieraufkommen des Berliner Nahverkehrs pro halbe Stunde liegen.

Herbet Brücker, Migrationsforscher am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat nachgerechnet, wie viele Kinder, Eltern, Geschwister und Eheleute unsere Wertegemeinschaft mit einem intakten Familienleben bedrohen. 

Es geht nur um 60.000 Kinder, Eltern, Geschwister, Ehepartner...
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