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Flucht und Einwanderung

Susanne Franzmeyer/ für Dlfkultur
Piqer für Feature von Deutschlandfunk Kultur
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piqer: Susanne Franzmeyer/ für Dlfkultur
Sonntag, 23.07.2017

„Ach, das hat man hier gar nicht so mitgekriegt“

In ihrem Feature „Das Pogrom von Hoyerswerda – Eine Reise in die Gegenwart“ begeben sich die Autoren Sebastian Dörfler und Julia Fritzsche 25 Jahre nach dem Pogrom von 1991 am Ort des Geschehens auf Spurensuche. Anfang der 80er Jahre lebten 70.000 Menschen in Hoyerswerda, heute sind es nur noch 30.000.

Die Autoren dokumentieren die Widerstände, auf die sie stoßen. Wer ist bereit, über die Ereignisse von damals zu reden? Und was hat sich in den Köpfen getan? „Ach, das hat man hier gar nicht so mitgekriegt“, sagt ein Redewilliger, der 1991 nur 500 Meter vom Ort des Geschehens entfernt gewohnt hat.

Das Feature geht auch der Signalwirkung des Pogroms auf die gewaltbereite rechte Szene auf den Grund: Die Kapitulation der Polizei, die lieber die Opfer rechter Gewalt fortschaffte als gegen die Gewalttäter vorzugehen, die weitgehende Straffreiheit der Täter, die Einschränkungen des Asylrechts durch Union, FDP und SPD – das alles führte nicht nur zu einem Anstieg rechter Gewalt, sondern auch einem erschreckend selbstbewussten Auftreten rechtsgesinnter Bürger.

Zum Glück gibt es inzwischen viele Menschen, die sich den Rechtsextremen mutig entgegenstellen. So auch Pfarrer Jörg Michel, den die Autoren bei seiner Mission, Nazi-Sticker abzureißen, auf seinem Streifzug durch Hoyerswerder begleiten. Er hat noch viel zu tun…

Fesselnd und lehrreich. Jetzt sechs Monate online bei Deutschlandfunk Kultur.

„Ach, das hat man hier gar nicht so mitgekriegt“
8,3
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Kommentare 3
  1. Martin Hummel
    Martin Hummel · vor 5 Monaten

    Ganz klar muß man Gewalt, Intoleranz und antidemokratisches Verhalten von beiden Seiten betrachten: Von Rechts, sowie von Links. Beides ist abzulehnen, Nazis ebenso wie die Antifa. Wie sagt der Volksmund: Man steht nur auf beiden Beinen gut, will heißen, dass man nicht auf dem linken Auge blind ist. Vielleicht wäre einmal ein Artikel gut, welcher den Extremismus generell betrachtet. Zwischen Hoyerswerda und Hamburg gibt es keinen Unterschied. Beides hat in der ideologischen Verblendung seine Ursache.

  2. Nils Pickert
    Nils Pickert · vor 5 Monaten

    Sehr interessantes Feature. Auf Julia Fritzsche ist aber eh Verlass. Nicht nur in Sachen gute Radiofeatures.
    www.glowbus.de/wp-conten...

  3. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · vor 5 Monaten

    Neben den Ausschreitungen in Rostock ein Jahr später sind die in Hoyerswerda die am besten dokumentierten. Ich postete auch etwas dazu:
    www.piqd.de/flucht-un...
    Warum ist das so? Weil sie die Verwerfungen der Neuvereinigung beleuchten?