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Feminismen

Wenn die Polizei nicht mit Vergewaltigungsopfern spricht

Michaela Haas
Reporterin. Autorin. Coach.
Zum piqer-Profil
Michaela HaasMittwoch, 10.08.2022

Der Assistenzarzt Philipp G. tat Unfassbares: Er betäubte auf der Neurologie-Station im Evangelischen Klinikum Bethel in Bielefeld über mehrere Jahre mindestens 28 Patientinnen und vergewaltigte sie nachts, während sie bewusstlos waren.

Diese Reportage wirft viele Fragen auf, unter anderem, warum es auf der Station so lange niemanden aufgefallen war, dass es ausgesprochen ungewöhnlich ist, wenn ein Assistenzarzt nachts Schläuche legt.

Aufgedeckt wurden seine Taten letztlich nur, weil er sie filmte. Fast genau so unfassbar ist aber, was danach geschah:

Es dauerte ein knappes halbes Jahr, bis die Dateien von Philipp G. entschlüsselt und ausgewertet waren, im September 2020 wurde er festgenommen. Manche Frauen meldeten sich, als sie davon hörten. Ihnen bestätigte die Staatsanwaltschaft Bielefeld, dass sie zu den vergewaltigten Frauen zählten. Alle anderen wurden nicht informiert. Philipp G. nahm sich in der zweiten Nacht in Untersuchungshaft das Leben, die Ermittlungen gegen ihn stellte die Staatsanwaltschaft ein. Die anderen Frauen informierte sie weiterhin nicht, mit der Begründung, die Persönlichkeitsrechte des Täters müssten geschützt werden. Im Oktober wurde dann Anzeige gegen den Chefarzt der Neurologie von Bethel, einen Oberarzt sowie die Geschäftsführung des Klinikums gestellt, wegen Beihilfe zur Vergewaltigung durch Unterlassen. Diese Ermittlungen stellte die Staatsanwaltschaft im Frühjahr 2021 ein. Mit den Patientinnen hatte sie immer noch nicht gesprochen, die Begründung: Zum Schutz der Frauen vor einem Trauma.

Obwohl der Täter mehrere Geschlechtskrankheiten hatte und eine schnelle medizinische Behandlung bei seinen Opfern wichtig gewesen wäre, informierte die Staatsanwaltschaft die Patientinnen nicht. Da musste sich erst das Justizministerium von Nordrhein-Westfalen einschalten, der Staatsanwaltschaft Bielefeld die Zuständigkeit entziehen und die Staatsanwaltschaft Duisburg mit neuen Ermittlungen beauftragen.

Ein äußerst seltener Vorgang in Deutschland.

Wenn die Polizei nicht mit Vergewaltigungsopfern spricht
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Kommentare 2
  1. Maximilian Rosch
    Maximilian Rosch · vor 2 Monaten

    Hier bei blendle: https://blendle.com/i/...

  2. Meike Leopold
    Meike Leopold · vor 2 Monaten

    Unfassbar!

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