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Feminismen

Annett Gröschner
Schriftstellerin und Journalistin
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piqer: Annett Gröschner
Montag, 17.10.2016

Wenn der Kandidat grabscht

In der letzten Woche machte die großartige Rede Michelle Obamas die Runde, in der sie nicht einmal den Namen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten erwähnen musste, um ihn und seinesgleichen so klug zu demontieren, dass man augenblicklich den Wunsch verspürte, sie wäre die Kandidatin der Demokraten. "Es geht um grundlegenden menschlichen Anstand. Es geht um richtig und falsch. Und wir können das nicht erdulden oder unsere Kinder dem noch länger aussetzen. Keine Minute länger." Leider war Donald Trump auch nach ihrer Rede noch der Kandidat der Republikaner.

Im Netz kursiert ein Comic-Strip, der an die "Vergewaltiger-wir-kriegen-dich"- Aufkleber auf den Unitoiletten der späten Achtziger erinnert. Unfassbar, dass wir immer noch nicht weiter sind und dass ein Kandidat wie Trump, der Frauen herabwürdigt und mit seinen Übergriffen prahlt, sich immer noch nicht ausreichend disqualifiziert hat. Im Gegenteil: er bekommt jede Menge Beifall. Neulich habe ich ein Bonmot notiert, angeblich von einem der früheren amerikanischen Präsidenten: dass Amerikaner bereit seien, ein "würdevolles Arschloch" zu wählen. Egal, ob es Literatur ist oder nicht, die Realität ist schlimmer. Denn jetzt ist nur noch das Substantiv übrig. Aber die Hoffnung bleibt, dass die Amerikaner dieses Substantiv allein eben nicht wählen.

Wenn der Kandidat grabscht
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