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Feminismen

Annett Gröschner
Schriftstellerin und Journalistin
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piqer: Annett Gröschner
Samstag, 26.11.2016

Frauenrechte auf der Abschussliste - was die Wahl Donald Trumps für Frauen bedeutet

Laura von Daniels ist US-Expertin der Stiftung Wissenschaft und Politik. In einem Beitrag für das Handelsblatt schreibt sie über ihre Befürchtung, dass die künftige US-Regierung den liberalen Konsens, nach dem Frauenrechte Menschenrechte sind, aufkündigen könnte. Mike Pence zum Beispiel, der wahrscheinlich künftige Vizepräsident, ist überzeugter Abtreibungsgegner. „Als Gouverneur von Indiana führte Pence ein Gesetz ein, das die rechtlichen Hürden einer Abtreibung anhebt. Das Gesetz zwingt Frauen unter anderem dazu, einen nicht-ausgetragenen Fötus – auch nach einer Fehlgeburt – beerdigen oder einäschern zu lassen.“ Andere von ihm unterstützte Gesetzesvorstöße, wie die Einschränkung staatlicher Unterstützung für Vergewaltigungsopfer, bekamen im Repräsentantenhaus (noch) keine Mehrheit. Als künftiger Vizepräsident will er die Mittel für sämtliche Gesundheitsleistungen von „Planned Parenthood“, der traditionsreichen Organisation für Familienplanung, streichen, solange die Organisation auch Abtreibungen betreut.

Bei Hillary Clinton hatte genau das Gegenteil auf der Agenda gestanden. Ihr Forderungskatalog zeigt, wie wenig Unterstützung Familien in den USA bisher bekommen. So wollte sie eine bezahlte Familienzeit einführen, die es Eltern ermöglicht bis zu acht Wochen nach der Geburt eines Kindes zuhause zu bleiben. Auch sollten die Pflege der Angehörigen und das Auskurieren von Krankheiten ohne Einkommensverlust möglich sein. „Ein neues Gesetz hätte verhindern sollen, dass einer Arbeitnehmerin gekündigt werden kann, wenn sie beim Arbeitgeber nachfragt, warum sie schlechter bezahlt wird.“ Künftig werden die US-Amerikanerinnen wieder für Selbstverständlichkeiten auf die Straße oder vor Gericht gehen müssen.

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