Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Feminismen

Meike Leopold
Kommunikationsexpertin

Kommunikationsexpertin mit Wurzeln im Journalismus. Unternehmensbloggerin der ersten Stunde. Buchautorin und Speakerin. Seit 2016 selbstständige Beraterin für (digitale) Unternehmenskommunikation. Bloggt auf www.start-talking.de.

Zum piqer-Profil
piqer: Meike Leopold
Donnerstag, 02.05.2019

Fall Caster Semenya: Rückkehr des "Sex Testing" in der Leichtathletik?

Ich gebe zu, dass ich mehrere Anläufe gebraucht habe, um die Causa Caster Semenya zu verstehen. Das lag aber auch daran, dass viele Medien imho über Tage hinweg mehr oder weniger wirre Nachrichten dazu absonderten.

Der Kern scheint zu sein, dass es Fälle zwischen Himmel und Erde gibt, die nicht in die Sportregularien oder gar das Weltbild von Sportverbänden passen. Zum Beispiel eine hyperandrogene Leichtathletin wie Caster Semenya.

So führt nun ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshofes (Cas) allen Ernstes zu einer Auflage an Semenya, sich sozusagen "runterzudopen", damit sie nicht mehr Testosteron im Blut hat als ihre Mitbewerberinnen und damit einen Wettbewerbsvorteil. Mit anderen Worten: Wo keine Trennschärfe ist, da muss sie eben durch Auflagen hergestellt werden, die direkt in den Körper der betroffenen Sportlerin eingreifen. Sonst ist sie raus aus dem Spiel.

Die dem Cas-Urteil zugrunde legende Studie, die den Wettbewerbsvorteil von Semenya nachweisen soll, ist allerdings mehreren Experten zufolge fragwürdig.

Der ZEIT-Artikel führt uns außerdem die unerfreuliche Historie des sogenannten "Sex Testing" vor Augen. Der Leichtathletikweltverband IAAF versuche

seit fast einem halben Jahrhundert beinahe obsessiv eine Möglichkeit zu finden, Sportlerinnen das Frausein per Test zu bescheinigen oder eben abzusprechen. In den Sechziger Jahren mussten Athletinnen sogenannte Nacktparaden über sich ergehen lassen.

Wie wäre es, so fragt der Beitrag, wenn der Sport irgendwann erkennt, dass eine Entscheidung zwischen Mann und Frau mit Hilfe des Testosteronwertes "eben so klar nicht möglich und vielleicht auch gar nicht nötig ist."

Fall Caster Semenya: Rückkehr des "Sex Testing" in der Leichtathletik?
8,8
6 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Kommentare 1
  1. Felix TheC
    Felix TheC · Erstellt vor 23 Tagen ·

    Wenn der Hormonanteil ignoriert werden soll, macht es dann nicht eher Sinn die Unterscheidung zwischen Mann und Frau im Sport komplett aufzugeben?