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Europa

Achim Engelberg
Dr. phil.
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piqer: Achim Engelberg
Freitag, 04.11.2016

Wie veränderte der Krieg in der Ukraine das russische Selbstbild?

Heute, am 4. November, wird der Tag der nationalen Einheit in Russland begangen. Seit 2005 ist dieser der Ersatz für den Tag der Oktoberrevolution und er bezieht sich auf die Vertreibung der polnisch-litauischen Besatzer aus dem Kreml. Das war im Jahre 1612.

In diesem November ist es drei Jahre her, dass der Euromaidan in der Ukraine begann, der in der Annexion der Krim und dem Krieg in der Ostukraine mündete. Letztere Ereignisse verschärften die Widersprüche Russlands mit dem Westen und veränderten auch das russische Geschichtsbild.

Einige Beiträge beleuchten das heute. Ich wählte einen von Jens Siebert aus. Sein Fazit:

Der Moskauer Journalist Maxim Trudoljubow vermutet ..., dass die Geschichtsdiskussion die Stelle von öffentlicher Politik eingenommen hat. Denn die politische Machtauseinandersetzung wurde vom Kreml in den vergangenen Jahren immer weiter monopolisiert und abweichende, wurden konkurrierende Akteure (aus dem Land) hinausgedrängt, marginalisiert und, in einigen Fällen, in Gefängnis gesteckt oder gar ermordet. Hinzu kommt, dass das in demokratischen Ländern meist vorherrschende Rechts-Links-Schema durch die Sowjetunion gründlich diskreditiert wurde. Die politische Orientierung in der russischen Gesellschaft (und damit auch die Spaltung) erfolgt heute entlang des Gegensatzes, für oder gegen Stalin zu sein. Die historischen Figuren funktionieren dabei wie Leitungen, durch die der politische Strom fließt.

Lesenswert ist dazu auch dieser Essay von Nikolay Epplée:

http://www.dekoder.org/de/article/erinnerungs-entzuendung-geschichte-stalin

Auch hier wird die neue Anknüpfung an Stalin mit der neuen Ukrainepolitik in Verbindung gebracht:

Im Februar 2015 wurde in Jalta in Anwesenheit des Vorsitzenden der Staatsduma, Sergej Naryschkin, das Monument Die großen Drei eingeweiht – das erste offizielle Denkmal seit der von Chruschtschow eingeleiteten Entstalinisierung, das auch Stalin gewidmet ist.

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