Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kuratoren aus Journalismus, Wissenschaft und Politik empfehlen
und kommentieren die besten Inhalte im Netz.

Du befindest dich im Kanal:

Europa

Keno Verseck
Journalist

geb. 1967 in Rostock, freiberuflicher Journalist mit Schwerpunkt Mittel- und Südosteuropa.

Zum piqer-Profil
piqer: Keno Verseck
Freitag, 09.09.2016

"Nein, Mutter Teresa, Armut ist nicht schön": Eine albanische Kritik an der albanischen Heiligen

Kürzlich wurde Mutter Teresa vom Papst heiliggesprochen. Es gab europa- und weltweit viele Würdigungen von Politikern und in Medien. Kaum zur Sprache kam, welche ultrakonservativen und reaktionären Ansichten sie vertrat, etwa zur Abtreibung, zur Homosexualität, und, vielleicht am bedenklichsten, zur Armut, die sie als etwas Schicksalhaftes, Gottgewolltes betrachtete. Das ist hier schon in einem piq eines anderen Kanals thematisiert worden. Dennoch möchte ich zu Mutter Teresa unbedingt noch die albanische Perspektive empfehlen: In Albanien, in Kosovo und in Mazedonien, bzw. für nahezu alle Albaner, ist Mutter Teresa schon seit Jahrzehnten eine (National-)Heilige. Jedes der drei Länder beansprucht sie für sich und natürlich war der Stolz über ihre Heiligsprechung dort groß. Kritik an Mutter Teresa, an ihrer Arbeit und ihren Ideen komme unter Albanern einem Nationalverrat gleich, schreibt der kosovarische Journalist und Schriftsteller Mikra Krasniqi in einem Artikel für das Portal "Prishtina Insight" (das oft sehr gute, kritische Kommentare zur kosovarischen und albanischen Politik veröffentlicht) - und fragt sich, ob Mutter Teresas Wirken überhaupt einen sekulär-humanistischen Gehalt gehabt habe.

"Nein, Mutter Teresa, Armut ist nicht schön": Eine albanische Kritik an der albanischen Heiligen
7,5
2 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied für unter 4€ pro Monat!