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Pavel Lokshin
piqer: Pavel Lokshin
Montag, 31.10.2016

Mietmarkt in Moskau: "Nur für Slawen"

Schufa, Passkopie, Mietschuldenfreiheitsbescheinigung? All das braucht man in der russischen Hauptstadt nicht, um eine Wohnung anzumieten. Der Wohnungsmarkt ist nach der Einzelprivatisierung staatlicher Wohnungen Anfang der 1990er Jahre stark fragmentiert, meist hat man mit Rentnerinnen oder Erben mittleren Alters zu tun, die eine oder zwei Wohnungen zu vermieten haben. Bei der Auswahl der Mieter verlassen sie sich auf ihr Bauchgefühl. Doch leider nicht nur darauf.

Gefällt dem Vermieter dein Gesicht, kannst du morgen einziehen. Das klingt praktisch, hat aber eine Kehrseite: Deine Rechte als Mieter interessieren den Wohnungseigentümer nicht. Unangemeldete Besuche und Blitzkündigungen gehören zur Normalität, und leider auch Rassismus. Die meisten Wohnungsanzeigen richten sich ganz unverhohlen an "Slawen" - Code für ethnische Russen. Die falsche Augenfarbe, der falsche Vorname, und du bist raus, wie der Ich-Erzähler aus diesem Stück im "New York Times Magazine".

Mietmarkt in Moskau: "Nur für Slawen"
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