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Europa

Thomas Wahl
Dr. Phil, Dipl. Ing.
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piqer: Thomas Wahl
Mittwoch, 01.08.2018

Europas „übersehene“ Migration - von Ost nach West

Während in den Medien über die Migration aus Afrika oder dem arabischen Raum heftigst diskutiert wird, vollzieht sich innerhalb Europas, innerhalb der EU, relativ unbemerkt eine quantitativ vergleichbare Bevölkerungsbewegung. "Schätzungsweise 12 bis 15 Millionen Osteuropäerinnen und Osteuropäer verliessen seit 1990 ihre Heimat“ vor allem in die reichen Länder Westeuropas - wie die Schweiz, Deutschland und Großbritannien.

Damit verbunden ist eine dramatische Verschiebung der demographischen Gewichtung von Ost nach West:

Das Schrumpfen der Bevölkerungen im Osten hat zwei Seiten: die natürliche Bevölkerungsentwicklung und die Migration. Lettland zum Beispiel ist durch die natürliche Bevölkerungsentwicklung – das Zusammenspiel aus Geburtenrate und Lebenserwartung – seit 1990 um 10 Prozent geschrumpft; die übrigen 17 Prozentpunkte des Rückgangs erklären die Forscher durch Migration.

In den wohlhabenden Ländern des Westens dagegen wächst die Bevölkerung - obwohl die Geburtenzahlen zu niedrig sind.

Es sind die großen Unterschiede in den mittleren Einkommen, also wirtschaftliche Gründe, die junge Osteuropäer zwischen 18 und 30 Jahren dazu bringen ihre Heimaten zu verlassen und damit die Geburtenzahl weiter niedrig halten.

So verdienten 2014 "innerhalb der EU die Dänen mit einem mittleren Bruttostundenlohn (Median) von 25 Euro 52 am meisten.“ Bulgarien ist dabei mit 1,67 Euro das Schlusslicht, auch nach Kaufkraftbereinigung.

Nun hofft man, dass sich der EU-Beitritt langfristig positiv auswirken könnte:

«Dieser führte zwar teilweise zu einer zusätzlichen Abwanderung, langfristig könnte er jedoch dazu führen, dass Junge wieder in ihr Heimatland zurückkehren» ... Wertet sich dank der Integration in den europäischen Markt die wirtschaftliche Situation im Herkunftsland auf, verbessern sich auch die beruflichen Perspektiven.

Kurzfristig ist aber wohl eher der Brexit eine Herausforderung für die dortigen Arbeitsmigranten, die dann neue Ziele suchen werden.

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