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Zukunft und Arbeit

Gaby Feile
Gaby Feile
Community piq
Donnerstag, 14.02.2019

Wird jemand gefeuert, sagt man: Er widmet sich neuen Aufgaben

In diesem Interview mit Der Freitag gibt die französische Autorin Mathilde Ramadier zu, dass sie Start-ups für verlogen hält. In 12 Berliner Start-ups hat sie gearbeitet. Hauptsächlich haben diese etwas verkauft, und sie war als Content Managerin fürs Übersetzen von Texten und das Ausfüllen von Excel-Tabellen mit Schlüsselwörtern für die Suchmaschinen beschäftigt. Ein Masterstudium war dafür Voraussetzung.

Monoton und unterbezahlt, das ist die Kombination die ihr immer wieder begegnete. Sie wurde als Selbständige "beschäftigt" und erhielt so weit weniger als den Mindestlohn. Um die Mitarbeiter*innen bei der Stange zu halten, wurden oft Titel verteilt, sodass irgendwann jeder Manager war. Etwas zu sagen hatten allerdings in der Regel nur weiße Männer aus gutem Haus. Sie hatten alle diese "Coolitude", so nennt Ramadier die Bro-Culture, zu der Sneakers, Ping Pong und Videospiele gehören.

Spätestens jetzt musste ich schlucken, denn das erinnerte mich sehr an eigene Erfahrungen, wenn diese auch nicht so drastisch waren.

Das Interview hält uns den Spiegel vor, weil auch in Deutschland glänzende Silicon-Valley-Kopien gehypt werden (und oft mit Geld zugeschüttet), die unter der Flagge des "Weltverbesserns" die Welt ihrer Mitarbeiter*innen häufig drastisch verschlechtern.

Ramadiers Buch über ihre Start-up-Erfahrungen wurde in Frankreich 2017 veröffentlicht und sorgte für Diskussionen. Auf deutsch wurde es bisher nicht übersetzt.

Wird jemand gefeuert, sagt man: Er widmet sich neuen Aufgaben
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Kommentare 2
  1. Marcus von Jordan
    Marcus von Jordan · Erstellt vor 2 Monaten ·

    ...ich schlucke da mal mit.
    Tolles Interview und das Buch würde ich auch gerne lesen.

    1. Gaby Feile
      Gaby Feile · Erstellt vor 2 Monaten ·

      Danke, gemeinsamm schluckt sich's besser. Ich hoffe auch auf die Übersetzung des Buches.