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Zukunft und Arbeit

Gabriela Westebbe
Diplom-Kauffrau, Wirtschaftspsychologin, Bildungsexpertin mit Blick auf das Ganze
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piqer: Gabriela Westebbe
Donnerstag, 29.11.2018

MILLA

MILLA (Modulares Interaktives lebensbegleitendes Lernen für Alle) der Konzeptvorschlag der CDU/CSU für ein staatlich kontrolliertes zentrales Lern- und Kompetenzermittlungsangebot für alle Bürger*innen bewegt die Community. Steht nach der Schulpflicht die Weiterbildungspflicht für alle ins Haus?

Honoriert wird, dass die Politik begonnen hat, sich mit dem drohenden Fachkräftemangel und dem Dilemma der Aus- und Weiterbildung zu befassen. Die Fachwelt sieht in MILLA allerdings keine Lösung der eigentlichen Probleme, die vor allem in fehlenden (deutschsprachigen) Bildungs-Angeboten in den Zukunftstechnologien und der mangelnden individuellen Bereitschaft und dem Vermögen zum Weiterlernen liegen.

Auch in seiner Stellungnahme verweist Professor Michael Kerres (Universität Duisburg-Essen) auf die Dringlichkeit, sich mit dem Thema zu beschäftigen und setzt sich mit weiteren Fragen zum Arbeitspapier der CDU/CSU auseinander.

Kerres hebt beispielsweise hervor, dass im Papier von einem unmündigen Bürger ausgegangen, ein massives Problem in Deutschland – die Bildungsbenachteiligung – nur in einer Fußnote erwähnt, die kontrollierende Rolle des Staates zu einseitig reflektiert und auf die derzeit innovationshemmenden Regelungen im regulierten System nicht eingegangen wird. Genauso wenig werden die Rollen der anderen Akteure berücksichtigt, die sich im Zuge der Digitalisierung auch erheblich verändern werden.

Kerres nimmt weiter den skizzierten Marktmechanismus unter die Lupe. Kritisch beleuchtet er auf Basis des derzeitigen Forschungsstandes auch den Ansatz der geplanten Kompetenzdiagnostik und führt weiter aus, dass das angedachte Lernangebot eher nicht zu einer Erweiterung von Kompetenzen führen wird und weit hinter dem Stand der mediendidaktischen Forschung liegt.

Kerres schließt mit einem Plädoyer

 „sich auf eine experimentelle Arbeitsweise einzulassen und diejenigen Akteure zu unterstützen, die sich konsequent auf den Weg gemacht haben, etwas Neues auszuprobieren.“
MILLA
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