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Zukunft und Arbeit

Gabriela Westebbe
Diplom-Kauffrau, Wirtschaftspsychologin, Bildungsexpertin
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piqer: Gabriela Westebbe
Sonntag, 14.01.2018

Heute Studierende sind keine ‚Digital Natives’

Unsere Hochschulen und Universitäten stehen unter dem Druck der Digitalisierung der Lehre. Dass dies nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen ist, zeigen die Hochschulprofessoren Rolf Schulmeister und Jörn Loviscach in einem Überblicksartikel, dem die Auswertung einer Vielzahl einschlägiger Studien zugrunde liegt.

Die wichtigsten Ergebnisse sind:

  • Nur wenige Studierende besitzen eine technische Expertise. Die jungen Leute sind allenfalls medienaffin nicht aber medienkompetent.
  • Studierende bevorzugen die klassischen Lernmedien. Am ehesten integrieren die „besten“ Studierenden die digitalen Lernangebote in ihr Lernen.
  • Deutsche Studierende sind Einzelkämpfer. Gruppenarbeit wird als dysfunktional, weil zeitintensiv erlebt und wenn dann erst kurz vor Prüfungen eingesetzt. Zeitökonomie spielt eine große Rolle. Kollaborative digitale Lernumgebungen scheitern deshalb derzeit an der Hochschule.
  • Die Ablenkungen durch Smartphones & Co. sind hoch, diszipliniertes Verhalten niedrig. Es besteht kein Bewusstsein über diese „Aufmerksamkeitsstörung“.
  • Positive Effekte scheinen von „Clickern“ auszugehen, die zur „Aktivierung“ eingesetzt werden. Dies lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit jedoch auf einen Hawthorne-Effekt (erhöhte Aufmerksamkeit durch Aufsichtspersonen) zurückführen.
  • Vor dem Einsatz digitaler Lernmedien sind die Pädagogik und Methodologie des jeweiligen Fachs zu berücksichtigen. Insbesondere ist eine Überprüfung und ggfs. Anpassung der Pädagogik vor dem Einsatz der digitalen Medien zu beachten.

Welches Resümee muss man aus diesen Erkenntnissen ziehen? Studierende kommen mit einer bestimmten Haltung, mit Einstellungen, Erwartungen und Ängsten und vor allem gelernten Verhaltensmustern an die Hochschulen. Will man digitale Medien effektiv integrieren, müssen diese Voraussetzungen in Methodik und Didaktik mitgedacht und in sorgfältig geplanten Übergangsszenarien verwirklicht werden, die auch die kostbare Ressource Zeit und das Bedürfnis nach Beziehung berücksichtigen.

Heute Studierende sind keine ‚Digital Natives’
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