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Zukunft und Arbeit

Cornelia Daheim
Zukunftsforscherin
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piqer: Cornelia Daheim
Mittwoch, 16.01.2019

Für die 15-Stunden-Woche – Rutger Bregman im Interview

Rutger Bregmann, niederländischer Historiker und Autor, ist eine der spannendsten Persönlichkeiten im Diskurs um die Zukunft von Arbeit und Gesellschaft, der hier seine Position im Interview mit dem Spiegel ausführt. Seine Sicht: Eine 15-Stunden-Woche, wie sie sich schon der Ökonom J. M. Keynes 1930 vorstellte, ist machbar. 

Auf die Frage, warum diese Vision bisher nicht eingetreten sei, antwortet er: Wegen des Konsums. 

"Die Wirtschaft hat es geschafft, aus Menschen, die für ihren Lebensunterhalt arbeiten, Konsumenten zu machen. Das Ergebnis ist, dass wir massenhaft Zeug kaufen, das wir nicht brauchen."

Laut Bregman geht es also um einen – langfristigen – Umbau der Gesellschaft, bei dem auch ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung denkbar, gar wünschbar werden könnte, mit einer Ausrichtung an Lebensqualität und Sinn (und ja, er ist auch pro Grundeinkommen). Vieles an interessanten Perspektiven wird dabei angesprochen, vo Phänomen der sinnentleerten Arbeit bis zur Frage, ob nicht viele heute eine geringere Arbeitszeit einem höheren Gehalt vorziehen würden, bis zur abnehmenden Produktivität bei langen Arbeitszeiten. Tiefe zum Konzept kann das Interview in seiner Kürze natürlich nicht liefern, aber dafür macht es neugierig auf mehr; Bregmann hat inzwischen einiges publiziert, wo man sich vertiefen kann (zum Beispiel hier und hier). In jedem Fall ist das ein ungewöhnlicher Blick auf Fragen rund um die Zukunft der Arbeit für alle, die weiter denken wollen, als es meist üblich ist. Leider liegt das Ganze hinter einer Paywall – hier alternativ zum Link zum Spiegel noch der zu eben diesem Interview bei Blendle

Für die 15-Stunden-Woche – Rutger Bregman im Interview
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Kommentare 5
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · Erstellt vor 9 Monaten ·

    Das kommt mir sehr gelegen. Ich halte "Lebensqualität" auch zunehmend für die Messgröße der Zukunft. Lebensqualität lässt sich zwar nicht ganz so aufgeräumt beziffern wie Geld, aber wir werden uns schon auf einige konkreten Maßnahmen einigen können, wenn wir Lebensqualität zum Ziel erklären. In der Stadtplanung zum Beispiel sind wir an den meisten Orten meilenweit entfernt von Lebensqualität. Da gibt es keine zwei Meinungen. Arbeitszeit. Auch ein sehr gutes Beispiel (freiwillig kann ja jede/r mehr arbeiten). Zugang zur Natur, Infrastruktur, Sozialleistungen, Behördenleistungen, etc. Wenn man nicht wüsste, dass Deutschland ein wirtschaftliches Rekordhoch erlebt (hat?) würde man es nicht glauben. Abgesehen von steigenden Mieten merken die meisten Menschen davon jedenfalls sehr wenig.
    Ich würde sogar noch weiter gehen, und eine Orientierung an der Lebensqualität zum Masterplan der EU erklären. Wie realistisch ist es denn wirklich, dass wir beispielsweise in Bereichen wie AI, Gentechnik und B2C-Software an den deutlich agileren Märkten USA und China vorbeiziehen? Fortschritte in diesen Märkten stehen zudem häufig in Konflikt mit unseren Werten und ist nicht eben ein Garant für höhere Lebensqualität. Warum dann nicht lieber ganz selbstbewusst als Kunde auftreten und wie China das gerade mit Google vorführt Code nach Maß bestellen? "Wir (als EU) nehmen gerne eure Softwarelösung XY, aber nur wenn sie mit unserem wertebasierten Forderungskatalog übereinstimmt."
    Große Teile der Welt werden alleine schon durch den Klimawandel massiv an Lebensqualität einbüßen, bzw. schlichtweg unbewohnbar werden. Europa scheint in der Hinsicht zumindest für den Moment noch einigermaßen glimpflich davon zu kommen. Uns stehen heute schon alle Ressourcen und Werkzeuge zur Hand, um aus diesem Kontinent ein Paradies zu machen. Worauf warten wir?

    1. Cornelia Daheim
      Cornelia Daheim · Erstellt vor 9 Monaten ·

      @Frederik: Geht mir auch so. Die Synergie-Effekte wären ja auch groß, z.B. bei der Stadtgestaltung, weil z.B. Energieverbrauch durch Mobilität reduziert werden könnten, freie Zeit und Wohlbefinden / Gesundheit zunehmen würden. Ein entsprechender Masterplan wäre mal was.

    2. Thomas Diener
      Thomas Diener · Erstellt vor 9 Monaten ·

      @Cornelia Daheim Dieser Masterplan wird wahrscheinlich nicht in einem Zentrum entstehen und sich von dort ausbreiten. Wir können ihn offenbar (leider) auch nicht von den bestehenden politischen Parteien erwarten. Um einen gesellschaftlichen Wandel zu bewirken, muss wohl ein fundiertes Narativ entstehen, das eine große Mehrheit der Menschen positiv berühren. Das ist nur möglich, wenn unterschiedliche Personengruppen in ihren ganz konkreten Lebenssituationen in eine große Erzählung eingewoben werden. Gleichzeitig muss das Narrativ so konsistent sein, dass sich daraus widerspruchsfreie konkrete politische Forderungen abgeleitet lassen.Wir alle sind dazu aufgerufen, ab und zu unsere Köpfe zusammenstecken und mit den Bildern, die unsere Zukunft sein könnten, zu ringen. Ich beteilige mich auf jeden Fall gerne aktiv daran.

    3. Cornelia Daheim
      Cornelia Daheim · Erstellt vor 9 Monaten ·

      @Thomas Diener Ja, so ist es. Mir macht Hoffnung, dass es auch immer mehr "bottom-up" Gruppen gibt, die daran mitarbeiten bzw. solche Bilder voranbringen, z.B. die vielen lokalen Nachhaltigkeitsinitiativen.

  2. Thomas Diener
    Thomas Diener · Erstellt vor 9 Monaten ·

    «Das wahre Problem unserer Zeit ist nicht, dass es uns nicht gut ginge oder dass es uns in Zukunft schlechter gehen könnte. Das wahre Problem ist, dass wir uns nichts Besseres vorstellen können.» Ich finde dieses Zitat von Bregman bringt es auf den Punkt. «Mehr Lebensqualität» heißt für voll entwickelte Volkswirtschaften, wie wir sie in Europa haben, etwas anders als für Länder, im Aufbau. Die ökonomischen Theorien dafür sind weder entwickelt noch durch die Geschichte verifiziert. Wir können jetzt natürlich an den alten Strategien festhalten und warten, bis durch Umweltkatastrophen, Kriege oder andere Verwüstungen wieder eine Situation eintritt, in der «Aufbau», bez. «Wachstum» das stimmige Rezept ist. Sinnvoller wäre ein paar Relationen zu hinterfragen, die für entwickelte Volkswirtschaften nicht mehr gelten. Wachstum des BIP und Zunahme der Lebensqualität haben ja schon seit Jahren nichts mehr miteinander zu tun und einige andere scheinbare Zusammenhänge könnten wir auch hinterfragen.

    @ Friederik: Ich habe vor ein paar Monaten einen Vortrag vom Dr. Ha Vinh Tho gehört. Er ist Leiter des «Zentrums für Bruttonationalglück» der bhutanesischen Regierung. Ein paar seiner Erörterungen und Erkenntnisse sind auch für uns Europäer interessant. https://www.scs.ch/201...

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