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Zeit und Geschichte

Achim Engelberg
Dr. phil.
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piqer: Achim Engelberg
Montag, 30.10.2017

Was verbindet den literarischen Nachlass von Goethe mit dem Auschwitzprozess?

Oder die Märchen der Brüder Grimm mit Notizen der beiden? So könnte man weiterfragen.

Sie gehören wie jetzt die Tonbänder vom ersten Frankfurter Auschwitzprozess (1963-65) zum Gedächtnis der Menschheit, das heißt zu den weltweit 348 Dokumente, die den Welterbestatus zugesprochen bekamen.

Für diesen vom hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer erkämpften Prozess wurden 318 Zeugen, darunter 181 Überlebende von Auschwitz, befragt und alle Aussagen dokumentiert.

Erschütternd, was der Arzt Mauritius Berner aus Siebenbürgen erleiden musste:

Er erkennt an der Rampe von Birkenau auf Täterseite den Apotheker Viktor Capesius aus seiner Heimat, den er bittet, seine Kinder aus der Reihe zu holen, in der sie gemeinsam mit seiner Frau stehen und losgehen sollen, zur Gaskammer, wie später klar sein wird. Dieser Rettungsversuch misslingt:

"Ich begann zu schluchzen. Worauf Dr. Capesius mir auf Ungarisch sagte: 'Weinen Sie nicht. Sie gehen nur baden. Sie werden sie in einer Stunde wiedersehen.' Ich rufe das noch mit lauter Stimme meiner Frau und meinen Kindern nach. Nie habe ich sie wiedergesehen."

Es lohnt sich das nicht nur schnell zu lesen, sondern zu hören.

Wer weiter die nun ins Welterbe aufgenommenen Dokumente kennenlernen will, wird hier fündig:

http://www.auschwitz-prozess.de/

Was verbindet den literarischen Nachlass von Goethe mit dem Auschwitzprozess?
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