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Zeit und Geschichte

Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs
Montag, 30.01.2017

Vom politikbewussten Proletariat zum stumpfen Pöbel?

Nun ist es passiert: Donald Trump herrscht im Oval Office und schockiert die Welt damit, dass er immer mehr seiner Wahlversprechen in die Tat umsetzt. Dass er im Weißen Haus gelandet ist, verdankt er vor allem auch der weißen amerikanischen Unterschicht und unteren Mittelschicht. Und nicht nur Trump hofft, diese Wählerschicht für eine rechtslastige, populistische Politik begeistern zu können. Marie Le Pen etwa baut in Frankreich auf eine ähnliche Wählerschicht. Wie konnte es dazu kommen?  

„Wesentliche Teile nicht nur der industriellen Arbeiterschaft" suche „ihr Heil heute nicht mehr in sozialistischen oder sozialdemokratischen Parteien",  sondern „in rechten, sprich: in abgeschotteten Nationalstaaten, in Fremdenfeindlichkeit und Protektionismus", stellt Micha Brumlik in den „Blättern für deutsche und internationale Politik" fest. Der Publizist und emeritierte Professor für Erziehungswissenschaft stellt eine interessante These auf:

„Somit signalisiert Trumps Sieg das diesmal wirklich unwiderrufliche Ende einer politischen Utopie, die kein Geringerer als Karl Marx vor gut 150 Jahren verkündet hatte. Neben einer illusionslosen, beinahe jubelnden Einschätzung des Sieges der Bourgeoisie begründete Marx eine politische Hoffnung, die den Kommunisten – als der Avantgarde der Arbeiterklasse – die Rolle einer endgültigen Aufhebung allen Unrechts zuschrieb (...)."

Ob in Frankreich, in den Niederlanden, Österreich oder Ostdeutschland – überall sind rechtspopulistische Parteien zu den eigentlichen Arbeitervertretern mutiert. Für Brumlik stellt der Aufstieg des Front National  „die Endstation des auf die Arbeiterschaft setzenden Parteikommunismus" dar. „Eine Entwicklung allerdings, die sich schon lange, nämlich seit bald einhundert Jahren, abzeichnet."

Vom politikbewussten Proletariat zum stumpfen Pöbel?

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