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Zeit und Geschichte

Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs
Dienstag, 05.07.2016

Operation Entebbe

Seit fast einer Woche war die Maschine schon in der Hand der Terroristen. Palästinenser und Deutsche hatten das Flugzeug von Air France auf dem Weg von Tel Aviv nach Paris entführt. Sie steuerten ein neues Ziel an. Am Flughafen von Entebbe in Uganda ging der Flieger vor 40 Jahren runter. Dort hatte das Terror-Kommando einen wichtigen Förderer gefunden. 

In Entebbe brachten die Terroristen die Crew und die Passagiere in einem Terminalgebäude unter. Ugandische Soldaten halfen ihnen dabei. Der Diktator Idi Amin unterstützte die Flugzeugentführer und hieß sie in seinem Land willkommen. 

Die vier Entführer bedrohten ihre Geiseln mit vorgehaltenen Waffen. Ihr „Kommando Che Guevara" erhielt in Entebbe noch Verstärkung durch weitere Terroristen der „Popular Front for the Liberation of Palestine". An Bord der Air-France-Maschine waren 77 israelische Bürger. Sie und 15 weitere Passagiere, darunter zehn junge Franzosen, sortierte das Terrorkommando aus. Die übrigen Reisenden wurden freigelassen. 

In Israel befürchteten Experten eine Massenhinrichtung. Die Regierung in Tel Aviv beschloss zu handeln. Sie schickte Spezialkommandos nach Uganda. Sie sollten heimlich zugreifen. In der Nacht zum 4. Juli 1976 griffen Elitesoldaten an, um die Geiseln zu befreien und die Terroristen zu töten.

Der Autor und Sicherheitsexperte Ronen Bergman (unter anderen für New York Times und Spiegel tätig) hat mit Kollegen nun minutiös recherchiert, wie die Befreiung der Geiseln ablief. Das Team erzählt die Geschichte überwiegend aus Sicht der israelischen Soldaten — sie ergreift durchaus Partei, ist aber dennoch lesenswert. 

Die Israelis nannten den Zugriff schlicht „Operation Entebbe". Bis heute ist sie umstritten, aus völkerrechtlicher, aber auch aus militärischer Sicht. Denn an deren Ende waren nicht nur die sieben Terroristen tot, sondern auch drei Geiseln, ein israelischer Elitekämpfer und 20 ugandische Soldaten.

Operation Entebbe
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