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Zeit und Geschichte

Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs
Samstag, 05.08.2017

Forschungsgegenstand Camelot – akademische Artus-Jünger unter sich

Wo liegt Camelot, der mythische Hof von König Artus. Woher stammt der Tafelritter Gawain? Und warum kommen manche Versionen der Sage ohne den Heiligen Gral aus? Die Mitglieder der Internationalen Artus-Gesellschaft beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit solchen Fragen. Streng wissenschaftlich. Verschwörungstheoretiker und Fantasten haben auch den großen Tagungen der Gesellschaft nichts verloren. Wissenschaftler halten hier Vorträge, alle drei Jahre trifft man sich. Diesmal war Würzburg das Ziel der akademischen Artus-Jünger. Erst zu dritten Mal trafen sie sich in Deutschland. 

Neben den Fachvorträgen tauschen sich die Mitglieder auch über populärere Fragen aus, etwa "wo angesichts der popkulturellen Beliebtheit der Artus-Legende die Grenze zwischen kreativer Ausgestaltung und Schindluder liegt". Das schreibt Oliver Jungen ist seinem sehr ernsthaften Tagungsbericht für die FAZ. Zwar begriffen sich die Mitglieder der Gesellschaft durchaus als Artus-Polizei, sei aber oft nachsichtig – etwa bei Hollywood-Filmen. Schließlich habe schon der Autor der „Historia Regum Britanniae“ im Jahr 1136 die Sage kräftig aufgehübscht. 

Ihre Toleranz für die Interpretation des Stoffs verliert die Artus-Gesellschaft dann allerdings beim politischen Missbrauch des Königs: Gefährlich sei die nationalistische Aufladung des Mythos, etwa durch die rechtsextreme British National Party. Populisten argumentieren mit scheinbar einfachen Botschaften aus der Artus-Sage, doch Wahrheiten gebe es hier nicht, warnen die Forscher, lediglich "Intertextualität". 

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