Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Volk und Wirtschaft

Gunnar Sohn
Wirtschaftsjournalist, Blogger, Moderator, Livestreamer, Dozent
Zum piqer-Profil
piqer: Gunnar Sohn
Freitag, 01.02.2019

Wirtschaftsminister Altmaier und die Industriepolitik aus der Gesternzeit

Nun soll wieder die gute alte Industriepolitik Firmen vor dem internationalen Wettbewerbsdruck schützen. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will verhindern, dass Staaten wie China interessantes Wissen etwa durch Firmenkäufe absaugen. 

"Wo Deutschland im Standortwettbewerb zurückgefallen ist, etwa in der Fertigung von Batteriezellen oder in der Künstlicher Intelligenz, will er auch mit staatlicher Anschubfinanzierung zur Hilfe stehen. Airbus gilt ihm als ein glänzendes Beispiel für erfolgreiche Industriepolitik", schreibt die FAZ.

Das klingt noch harmlos und nachvollziehbar. Schaut man sich die neun Schlüsselbereiche an, die in der nationalen Industriestrategie 2030 staatlich "gefördert" werden sollen, sind auch eine ganze Menge Problemfälle dabei, wie die Automobilhersteller oder sogar Rüstungskonzerne. Der Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums benennt sogar  konkrete Unternehmen, deren dauerhafter Erfolg im nationalen wirtschaftlichen Interesse von Bedeutung seien – dazu zählen die großen Autokonzerne, BASF, Thyssen-Krupp und die Deutsche Bank. "Zur Umsetzung seiner Strategie schlägt er neben bezahlbarer Energie, stabilen Sozialabgaben und einem wettbewerbsfähigen Steuersystem auch einen 'Deutschen Beteiligungs-Fonds' bei der staatlichen Förderbank KfW vor", so die FAZ. Nach Zukunft klingt das nicht. Statt in weiteren industriepolitisch motivierten Abwehrschlachten die Zeit zu verplempern, sollten wir in Deutschland ordnungspolitische Akzente setzen, um uns von den Anachronismen der untergegangenen Industriewirtschaft zu befreien, wie es der Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser in seinem Standardwerk „Deutsche Wirtschaftsgeschichte. Von 1945 bis zur Gegenwart“ ausdrückt. Wo sind klare Konzepte für einen institutionellen Rahmen zu erkennen, um uns auf die Bedürfnisse der nachindustriellen Ära auszurichten? Wir investieren lieber in Teer und Beton, statt in eine netzökonomische Epoche. 

Wirtschaftsminister Altmaier und die Industriepolitik aus der Gesternzeit
8,6
5 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!