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Rico Grimm

Rico Grimm schreibt über wirtschaftliche und politische Zusammenhänge für Medien wie Krautreporter, Capital, Business Punk und Zeit Online. Wenn er dafür den Schreibtisch verlässt, nimmt er immer die Kamera mit. Seine Lieblingsfrage ist: Warum?

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piqer: Rico Grimm
Sonntag, 18.12.2016

Was der berühmte Ungleichheitsforscher Thomas Piketty über das Grundeinkommen denkt

Thomas Piketty hat vor drei Jahren ein Buch geschrieben, das mit Macht die Frage der Einkommens- und Vermögensungleichheit in die Debatten der westlichen Welt geschoben hat. "Kapital im 21. Jahrhundert" war sofort bei seinem Erscheinen ein moderner Klassiker. Deswegen ist es umso spannender zu erfahren, was dieser Mann von der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens hält. 

Piketty bleibt sich treu: Er hält nicht viel davon. Er bleibt sich treu, weil ein bedingungsloses Grundeinkommen bei allen Vorteilen, die es haben soll, in seinen Augen keinen Beitrag dazu leisten kann, die Ungleichheit in Gesellschaften zu verringern. Das sei auch keine Frage der Höhe des Grundeinkommens: "The question of justice is not simply a matter of 530 Euros or 800 Euros a month. If we wish to live in a fair and just society we have to formulate more ambitious objectives which cover the distribution of income and wealth in its entirety and, consequently, the distribution of access to power and opportunities. Our ambition must be that of a society based on a fair return to labour, in other words, a fair wage and not simply a basic income."

Mit anderen Worten: Piketty will gute Arbeitsplätze schaffen, um eine gerechte Gesellschaft zu bauen. Damit lehnt er - ohne es direkt zu sagen - eine Prämisse vieler Grundeinkommensbefürworter ab: dass es nämlich durch Automatisierung und Digitalisierung immer weniger gute Arbeitsplätze geben wird. Piketty ist mit seinem Ansatz nicht allein. Auch sehr viele Gewerkschaften wollen lieber gute Arbeit als ein Grundeinkommen (es gibt Ausnahmen). Sollte in den nächsten Jahren um die Einführung so eines Einkommens gerungen werden, wird der Konflikt zwischen den progressiven Grundeinkommensbefürwortern und den vom Selbstverständnis her ebenfalls progressiven Gewerkschaften ein zentraler. 

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