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Volk und Wirtschaft

Anja C. Wagner
Bildungsquerulantin
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piqer: Anja C. Wagner
Sonntag, 13.10.2019

Pikettys neueste Aufklärung für einen partizipativen Sozialismus

In der schweizerischen "Republik" ist eine umfangreiche Rezension des neuen Forschungsepos' von Thomas Piketty «Capital et idéologie» erschienen (wird erst zum März 2020 ins Deutsche übersetzt).

Auf 1200 Seiten zeigt darin Piketty auf, wie sich die wirtschaftlichen Ungleichheiten seit dem 19. Jahrhundert erst auf-, dann ab- und jetzt wieder aufbauten. Unzählige statistische Grafiken, die auf der Website veröffentlicht sind, untermauern wohl die empirische Meisterleistung.

Die Triebfeder seiner Arbeit lautet:

«Die Ungleichheit ist nicht ökonomisch und technologisch bedingt. Sie ist ideologisch und politisch. Das ist der offensichtlichste Schluss, den man aus der hier vorgestellten historischen Untersuchung ziehen muss. Der Markt und der Wettbewerb, der Profit und die Löhne, das Kapital und die Schulden, hoch und niedrig qualifizierte Arbeits­kräfte, Staats­bürger und Ausländer, die Steuer­paradiese und die Konkurrenz­fähigkeit - nichts von alledem ist naturgegeben. Es handelt sich um soziale und sich historisch wandelnde Konstrukte, die vollständig vom Rechts-, Steuer-, Bildungs- und Politik­system abhängen, das zu errichten man sich entschieden hat, und von den Kategorisierungen, auf welche die Gesellschaft sich abstützt.»

Deshalb mündet seine globale Analyse in einem Forderungskatalog, den man sich später im Detail anschauen muß. Er sieht vor allem 4 Handlungsfelder für seinen "partizipativen Sozialismus":

  • betriebliche Mitbestimmung
  • Verstaatlichung in den klassischen Bereichen (Bildung, Gesundheit, Infra­struktur)
  • Steuer­progression bis zu 90% der höchsten Einkommen
  • Bekämpfung der Bildungs­ungerechtigkeit, also der "Tatsache, dass in künftige Eliten massiv mehr investiert wird als in weniger erfolgreiche Auszubildende"

Das sind die zentralen Säulen seines offenen Egalitarismus, der nicht die Klassenfrage auf die Seite schiebt, sondern darum kämpft, auch dem elitären Internationalismus auf die Füße zu treten. Es braucht mehr soziale Verantwortung, so Piketty!  

Pikettys neueste Aufklärung für einen partizipativen Sozialismus
9,3
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Kommentare 5
  1. Christoph Weigel
    Christoph Weigel · Erstellt vor 17 Tagen · Bearbeitet vor 17 Tagen

    «die ungleichheit ist nicht ökonomisch und technologisch bedingt. sie ist ideologisch und politisch.»
    ich finde es lustig, wenn du das als "triebfeder seiner arbeit" benennst, was picketty selbst als den "offensichtlichsten schluss" bezeichnet, den man aus seiner historischen untersuchung ziehen kann/soll. lustig weil koppheister: wir sollen picketty doch abnehemen, daß er *nicht* mit einer durchfomulierten arbeitshypothese losgezogen ist, sondern sich die von ihm gefundenen korrelationen als schlußfolgerung zum obigen satz verdichten lassen. (ob das möglich war/ist, kann ich erst beurteilen, wenn sein text komplett vorliegt.)

    1. Anja C. Wagner
      Anja C. Wagner · Erstellt vor 16 Tagen ·

      Ja, klar. Aber eine begründete Arbeitshypothese wird er aufgrund seines vorherigen Bestsellers mitgebracht haben. Gute Wissenschaftler*innen zeichnen sich ja dadurch aus, ihre Hypothesen ggf. auch korrigieren zu können. Aber wie du schon sagst: Wir müssen das Buch erst alle (?) lesen ...

    2. Thomas Wahl
      Thomas Wahl · Erstellt vor 13 Tagen ·

      @Anja C. Wagner Wurde nicht sein vorheriger Bestseller gerade wegen der unscharfen Empirie angegriffen?

  2. Thomas Wahl
    Thomas Wahl · Erstellt vor 13 Tagen ·

    „ Es handelt sich um soziale und sich historisch wandelnde Konstrukte, die vollständig vom Rechts-, Steuer-, Bildungs- und Politik­system abhängen, das zu errichten man sich entschieden hat, und von den Kategorisierungen, auf welche die Gesellschaft sich abstützt.»“ Der Mann glaubt allen Ernstes, dass der Zustand der Gesellschaft genau das ist, was mit unseren historisch gewachsenen Teilsystemen der Gesellschaft gewollt ist? Man ändert das Politiksystem und die Gesellschaft, die Menschen bewegen sich genau in die beabsichtigte Richtung. Man konstruiert und steuert die Gesellschaft wie ein Auto. Das erscheint mir sehr naiv.

  3. Thomas Wahl
    Thomas Wahl · Erstellt vor 13 Tagen ·

    „Ungleichheit ist kein Naturgesetz„ - das wäre zu beweisen. Wo genau herrscht in der Natur oder auch in der Gesellschaft „Gleichheit“? Beruht Evolution nicht auf Ungleichheit und bedeutet Gleichheit nicht Erstarrung?

    „Welche Gesellschafts­ordnung ist erstrebens­wert?“ wird gefragt. Sollte man vorher nicht fragen, welche Ordnungen sind möglich. Gesellschaften sind doch nicht beliebig plastisch - dann hätten doch die Sozialismusexperimente viel besser funktioniert. Das Soziale ist kein Wunschkonzert, eine Gesellschaft ist nichts, was man nach Wunsch konstruieren kann ....

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