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Volk und Wirtschaft

Eric Bonse
Finanzkrise, Eurokrise, Deflations-Gefahr: Als EU-Korrespondent in Brüssel wird man notgedrungen zum Wirtschaftexperten.

Studium der Politikwissenschaft in Hamburg, danach als freier Journalist nach Paris, wo mich das "Handelsblatt" engagiert hat. Seit 2004 lebe und arbeite ich in Brüssel, seit 2010 wieder freiberuflich, u.a. für "taz" und "Cicero". Zudem betreibe ich den EU-Watchblog "Lost in EUrope".

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piqer: Eric Bonse
Montag, 19.06.2017

„Paris" ist nicht „die" Lösung

Trump böse, Merkel gut. Nach diesem einfachen Schema läuft derzeit die klimapolitische Debatte in Europa. Die EU-Politiker werfen dem US-Präsidenten - völlig zu Recht - seinen unilateralen Ausstieg aus dem Klimaschutz-Abkommen von Paris vor. Allerdings halten sie es mit „Paris" selbst nicht so genau. 

Denn zum einen hat fast jedes EU-Land eigene nationale Vorbehalte. In Deutschland ist das z.B. die Braunkohle und der Autoverkehr, der hierzulande zu den größten Dreckschleudern zählt. Zum anderen wurden in Paris vor allem globale Ziele vereinbart. Ob und welche Maßnahmen zum Klimaschutz ergriffen werden, entscheidet jedes Land selbst.

Das Hauptproblem ist aber, dass die neuen „grünen" Energien nicht schnell genug die alten fossilen Energieträger ersetzen. Zitat: 

Even by 2040, and assuming that all of the Paris agreement’s promises are fulfilled, the IEA expects wind and solar to provide, respectively, just 1.9% and 1% of global energy. This is not what an economy in the midst of an “inevitable” shift away from fossil fuels looks like. 

Dies schreibt kein Klimaskeptiker, sondern ein ausgewiesener Experte aus Dänemark, den „Time" einmal zu den einflussreichsten 100 Menschen dieses Planten kürte. Übrigens sagt er auch, was man neben „Paris" sonst noch machen müsste. Deshalb: Must read!

„Paris" ist nicht „die" Lösung
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Kommentare 4
  1. Ralph Diermann
    Ralph Diermann · vor 4 Monaten

    Lomborgs Argumentation ist in einem entscheidenden Punkt nicht wirklich konsistent. Ja, der Ausbau der Solar- und Windenergie, ob subventioniert oder nicht, wird nicht genügen, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Denn Strom ist nur einer von mehreren klimarelevanten Sektoren – der Verkehr und die Wärmeversorgung sind in ähnlichem Maße für CO2-Emissionen verantwortlich. Aber genau deshalb ist das Pariser Abkommen ja so wertvoll: Es zwingt die Staaten, auch in diesen Sektoren umzusteuern.

  2. Daniela Becker
    Daniela Becker · vor 4 Monaten

    Die IEA hat mit ihren Prognosen den Ausbau der Erneuerbaren in den letzten Jahren regelmäßig ziemlich krass unterschätzt. Hier ein paar interessante Zahlen dazu: www.carbonbrief.org/analysis-...
    Es stimmt aber natürlich, dass weltweit der Wille zum Klimaschutz fehlt. Das zeigt sich in einer fehlenden C02-Bepreisung, zögerlichem Kohleausstieg und auch im immern noch komplett fossil betriebenem Verkehrssektor. Würde da was voran gehen, wäre der Ausbau der Erneuerbaren das kleinste Problem. Herausforderungen sehe ich eher als bei den bislang weitestgehend ungelösten Fragen zur Netzintegration und Speicherung.

    1. Eric Bonse
      Eric Bonse · vor 4 Monaten

      Der politische Wille fehlt auch in der EU, wie man am Emissionshandel sehen kann. Viel zu viele Ausnahmen, viel zu geringe Ambitionen...

    2. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor 4 Monaten

      @Eric Bonse Absolut. Der Emissionshandel wäre eigentlich ein tolles Instrument, aber die Ausführung ist eine Farce.